Ein Märchen aus 3291 und einer Nacht........

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Es war einmal vor laaaanger Zeit, da begab sich unser Held auf eine laaange Reise. Unser Held hatte einfach keinen Bock mehr auf seine Heimat und auf dessen Einwohner, besonders die weiblichen. Und so begab es sich, das er all seine Klamotten in Ebay vertickte, den Rest seinen Freunden schenkte und sich aufmachte in das Land der glatzeüberkämmenden, fransenhaarigen Arschkriechergnome und der kurz- und krummbeinigen, lügenden Schneewittchengnome. Er wurde herzlich empfangen und das Leben war die erste Zeit auch richtig toll. Nur als die Arschkriechergnome merkten, das er bleiben will, wurden sie schon deutlich ungehaltener.

Trotzdem nahm sich unser Held, entgegen allen Warnungen, ein einheimisches Weibchen zur Ollen, fand Arbeit in einer Arschkriechergnomfirma und nach ein paar Jahren bekamen die beiden ein halbes Kind. Oh, was war die Freude groß! Aber nicht lange. Und so lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr.......... (Anmerk. d. Red.: Ja sach ma! Das war schon alles? Bist du doof?) ............ öhm............ also gut, so glücklich und zufrieden waren sie gar nicht. Alles gelogen! Und so gingen sie nach einer Zeit dann auch wieder getrennte Wege.

Und so konnte sich unser Held ganz auf eines seiner liebsten Hobbies „versteifen“ (Anmerk. d. Red.: Ne, oder?). Hauptsache sie quiekten! Aber so langsam merkte der Held, das die Freundlichkeit der Arschkriechergnome und Schneewittchengnome nur gespielt war und sie insgeheim wollten, das die Helden sich alle schleunigst wieder verpissen. Und so begab es sich, das unser Held nach 3291 und einer Nacht so langsam aber sicher daran dachte, in ein anderes Land weiterzuziehen....



Fortsetzung folgt (vielleicht)......


"I used to think the worst thing in life was to end up all alone. It's not. The worst thing in life is ending up with people who make you feel all alone."  (Robin Williams) 

Sommergefühle.........

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Irgendein Geräusch weckt mich auf. Kurzer Blick auf die Uhr: 5.12 morgens. Meine Begleiterin schläft tief und fest, nur mit einem weißen Slip bekleidet, halb auf ihrem Futon, halb auf den Tatamimatten. Im Net habe ich irgendwo gelesen, das Frauen die weiße Unterhosen tragen, beherrschbarer sind. Stimmt das? In ihrem Fall wohl eher nicht. Und das ist auch gut so.

Ich stehe auf und schiebe die Fensterläden an die Seite. Am Pool stehen ca. 15 Personen und fotografieren mit teuer aussehenden Kameras den Sonnenaufgang am Meer. Nie im Leben wäre ich extra dafür aufgestanden. Aber da ich schon mal wach bin:



Da sind wir also. Im Lampnoyado (http://www.lampnoyado.co.jp), einem Ryokan am äußerstem Zipfel der Noto-Halbinsel in der Präfektur Ishikawa. Mit dem Flieger von Haneda aus ca. eine Stunde bis Noto Airport, von da aus noch ca. 2 Stunden mit dem Auto. Mit dem Zug kann man das Lampnoyado nicht erreichen. Irgendwann auf halbem Weg zwischen Flughafen und hier, gibt es keine Bahnverbindung mehr. Eine Bahnfahrt von Tokyo aus dauert inkl. Autofahrt vom Flughafen aus ca. 8 Stunden. Beschwerlich, aber es lohnt sich. Die komplette Halbinsel wird von Stränden gesäumt in die sich hier und da atemberaubend schöne Klifflandschaften ergießen.



Gut, die Fotos vom Sonnenaufgang sind im Kasten. Kurzer Blick aufs Thermometer: 31 Grad. Um 5.30 Uhr morgens. Eine ständige leichte Brise macht die Temperatur etwas erträglicher. Ich bin hellwach. Einschlafen kann ich jetzt vergessen. Was macht der Gentleman? Schmeißt sich in die Klamotten, kämpft sich zu Fuß die Serpentinen zum Parkplatz hinauf und fährt 5 Kilometer ins nächste Dorf, um seiner Begleiterin Zigaretten und Kaffee zu besorgen. Ohne beides ist sie morgens nicht leicht zu ertragen. Die Straßen sind wie leergefegt, Klar, 5.30 Uhr morgens. Aber auch gestern sind uns während der 2 Stunden Fahrt hierher keine 10 Autos entgegengekommen. In der Hauptsaison.



Im Lampnoyado gibt es weder Kaffee, noch Zigaretten. Kein TV und kein Wifi. Auch das Smartphone tuts nicht mangels Netz. Wer Empfang will, muss sich zum Parkplatz hochquälen. Dort bekommt man im unvermeidlichen Souveniershop dann auch einen Kaffee. Aber nicht vor 9.00 Uhr. Gut, ich hab ja jetzt meinen Dosenkaffee, schütte ihn in den Wasserkocher, organisiere 2 Tassen, Zucker und Milch aus der noch verwaisten Küche und warte.



6.15 Uhr morgens. Der Pool ist wieder verwaist, die kleine Anlage am Kliff liegt wieder komplett im Schlaf. Auch meine Begleiterin schläft noch tief und fest. Kein Wunder, haben wir doch gestern Nacht 2 Flaschen Wein geleert. Erst auf der Terasse, danach dann im zimmereigenen Rotenburo (Aussenonsen). Zwischendurch gab es ein fürstliches Abendessen das im Zimmer serviert wurde. Alles typisch Japanisch. Viel Fisch in allen Variationen, Sobanudeln, Steakstreifen, Salate, alles in feinster Qualität und authentisch von Bedienungen im Yukata (leichter Sommerkimono) serviert.



6.30 Uhr morgens. Ich setze mich im Yukata auf die Terasse und schaue aufs Meer. Das Wasser ist smaragdgrün, man kann bis auf den Boden schauen und es ist warm wie in der Badewanne. Leicht wiegen sich Keyakibäume im Wind. Es würde mich nicht wundern, wenn jetzt eine Horde Samurai die Serpentinen heruntergeritten kommt. Irgendwann übermannt mich der Schlaf und ich habe einen wilden Traum.




Um 8 Uhr klingelt das Telefon. Das Frühstück ist fertig für das Servieren im Zimmer. Meine Begleiterin wacht auf. Ein paar Minuten später werden von Angestellten im Yukata die Matrazen im Schrank verstaut und das Frühstück aufgetragen. Beim servieren und schliessen der Schiebetüren bewegen sich die Bedienungen auf den Knien. Es gibt Fisch, Reis, Misosuppe diverse Beilagen und Tee. Kein Kaffee. Meine Begleiterin setzt sich etwas missmutig an den Tisch. Ich stelle die Tassen auf den Tisch und gieße den aufgeheizten Kaffee ein. Sie klatscht in die Hände und lächelt übers ganze Gesicht. Nur allein dafür hat sich die Reise gelohnt.......... 

Bis bald........