Coolio, der rasende Reporter: Maria Ozawa Stripshow

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Die spanischen, italienischen und englischen Hersteller, die mit der Power ihrer Nationalmannschaften geworben haben, werden ihre Werbung mit Sicherheit schon nach den ersten beiden Spielen in der Vorrunde vom Markt genommen haben. In Japan dagegen werden noch heute, obwohl das japanische Nationalteam schon auf dem Weg nach Hause ist, so einige Produkte mit „Power of Blue“ beworben. So brüsten sich besonders Banken und Versicherungen, aber auch so manches Haarwuchsmittelchen damit, die gleiche Power zu haben wie das Nationalteam. Nun, endlich mal ne' ehrliche Werbung. Ich finds auf jeden Fall lustig, in der Bahn ordentlich abzulachen, wenn die „Power of blue“-Spots im Zug laufen und so mancher Japaner sich dann mit verschämtem Gesicht wegdreht.

Wie dem auch sei. Lasst uns zur eigentlichen Story kommen. Ich habe mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut und mich mal wieder ganz allein für meine treuen Leser ins Abenteuer gestürzt: War von euch schon einmal Jemand in einer japanischen Strip Show? Nein? Gut, hier kommt mein Exklusivbericht:


Wenn der Weltstar Maria Ozawa in einer Stripshow in Tokyo auftritt, gibt es eigentlich kein Nachdenken, da muss Mann hin. Und so habe ich mich dann mit 2 Buddies im Schlepptau auf nach Asakusa gemacht, um dort das Rock-Za (http://www.rockza.net/asakusa) zu entern. Wir waren ca. 20 Minuten vor Beginn der nächsten Show dort und waren erstaunt, dort nicht auf eine 300 Meter lange Schlange von Porngeeks zu treffen. Nope, der Kassierer hat uns sogar direkt reingelassen, damit wir noch das Ende der vorherigen Show sehen konnten. Die Tür geht auf, wir stolpern schwitzend vor Erwartung in einen dunklen Raum mit ca. 50-60 Sitzen, ich kämpfe mich auf einen Platz direkt am Drehpodium vor und ............ schaue dem Weltstar Maria Ozawa praktisch bis in die Gebärmutter hinein! Da war sie nun, die absolute J-Porn-Göttin (http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Ozawa) und hielt mir mit weit gespreizten Beinen ihr am höchsten beanspruchtes Körperteil entgegen. Ohne Mosaik! Jesus!

Nachdem ich den Kampf gegen die Ohnmächtigkeit gewonnen und mir die Glückstränen aus den Augen gewischt hatte, war Maria auch schon wieder auf dem Rückzug und eine Gruppe zuckersüßer J-Gals kam auf die Bühne um sich zu bedanken. Gut. Kleiner Blick in die Reihe: Nicht mal halb voll die Butze. Und selbst ich alter Sack senke den Altersdurchschnitt erheblich. Etliche vor Erregung nassgeschwitze Glatzbirnen reflektieren die Spotlights und 2-3 Typen sind mit Sicherheit um die 75 rum. Circa die Hälfte der Typen bleibt auch nach dem Ende noch sitzen. Nein, die sind nicht eingepennt oder vor Erregung bewusstlos, die haben sich wohl ne Tageskarte gekauft.


Leider durfte man drinnen keine Fotos machen. Maria sieht in echt erheblich besser aus als auf dem Foto.

Wie im Kino, wird nun vor der nächsten Show noch einmal auf die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten hingewiesen. Nein, im Shop gibt es keine Papiertaschentücher, die muss man wohl selbst mitbringen. Dann noch die Hinweise, das man die Finger von den Mädels (und wohl auch von sich selbst.....) lassen soll, nicht alkoholisiert sein sollte (Mein Nachbar nimmt derweilen einen Schluck aus seiner mitgebrachten 1-Liter-Pennerweinpulle....) und das man nicht zu frenetisch applaudieren soll. Das Licht geht aus, die Show fängt an. Eine 10-köpfige Formation der zuckersüßesten Mädels die man sich vorstellen kann kommt auf die Bühne getanzt. Und da ist sie, Maria! Strahlend schön und (ein seltener Anblick...) angezogen. Komischerweise waren weder draussen, noch hier im Raum irgendwelche Sicherheitskräfte zu sehen. Als ein Opa einer der Stripperinnen eine Tasche mit Geschenk überreicht, hält ihn niemand davon ab, auch hinten im Raum bewegt sich nichts. In anderen Ländern absolut unvorstellbar!

Im Programmheft steht, das sich heute 7 Frauen komplett ausziehen werden. Jede einzelne wird vorgestellt. Name, Brustumfang, Hüfte, Po, Hobbies und besondere Fähigkeiten. Soso. Weg damit. Das Programm auf der Bühne läuft in etwa so ab: Alle Mädels kommen zusammen auf die Bühne, es wird in wechselnden Kostümen getanzt und einiges an Akrobatik vorgeführt, und nach knapp 5 Minuten trennt sich die Stripperin von der Gruppe in den Vordergrund und fängt ihr Soloprogramm an, während sich die anderen zurückziehen. Was nun folgt ist kein öder Pole Dance, so wie man ihn von anderen Stripshows her kennt, sondern ein gut durchchoreographierter, durchaus akrobatischer Strip auf einer Drehbühne. Ich sitze derweil knappe 2 Meter von den Frauen entfernt und schwitze meinen kompletten Flüssigkeitsvorrat aus. Nach jedem einzelnen Strip und auch nach besonders gewagten Verrenkungen wird ordentlich geklatscht. Zwischenrufe bleiben völlig aus.

Neben mir höre ich ein „flapp-flipp-flapp“-Geräusch. Nein, ich will da jetzt nicht hinschauen. Lieber Gott, lass das Geräusch von einem Uchiwa (Fächer) kommen. Bitte....

Maria ist bei den Tänzen immer dabei, hält sich aber dezent im Hintergrund. Klar, das beste behalten sie sich für das Ende. Ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Stripshows die ich gesehen habe (und das waren einige....) sehen die Frauen hier alle aus wie aus dem Katalog. Samtweiche Haut, kein Gramm zuviel, keine verbrauchten Schlampengesichter und das einzige Tattoo hat Maria. Ok, die darf das. Basta! Nachdem die ersten 6 Mädels durch sind, was ca. anderthalb Stunden dauert, kommt endlich der Höhepunkt: Maria kommt mit Hut und Netzmantel bekleidet auf die Bühne und spielt die berühmte Cabaretshow von Liza Minelli nach. Es war vorher schon kaum Bewegung im Raum, aber jetzt sitzen wir wie versteinert und mit verschwitzten Hemden wie festgenagelt auf unseren Stühlen. Ein Kleidungsstück nach dem anderen verschwindet, bis Maria sich schliesslich splitterfasernackt auf der Drehbühne räkelt. Die Göttin! Das sie wahrscheinlich kilometerweise die Nudeln von hässlichen, alten J-Porn-Darstellern in allen möglichen Körperöffnungen hatte, muss man in diesem Augenblick einfach verdrängen. Sie ist wirklich wunderschön. Und lächelt mich so einige Male direkt an. So lange, das ich nicht mehr kann und wegschauen muss. Kein Wunder, sieht sie doch sonst nur in die Gesichter von J-Greisen.

Nach 1 Stunde und 45 Minuten ist die Show vorbei. 5000 Yen (knapp 36 Euro) halte ich für ein extremes Schnäppchen, wenn man Länge und Qualität der Show bedenkt. Also Jungs und Mädels (Jaha! 3 Frauen waren auch unter den Zuschauern), macht euch auf die Socken nach Asakusa! Die Show mit Maria läuft noch bis zum 30. Juni.

Und ich brauche jetzt erstmal ein paar Tage um mich zu beruhigen.........
   


Gastbeitrag von Ernst aus Berlin

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Da Coolio im Moment eine kreative Kri… Schaffenspause einlegt, um gestärkt und gemeiner denn je wieder zu kommen, habe ich die Ehre hier in einem Gastbeitrag meine erste Reise nach Tokyo schriftlich zu verarbeiten. Vielleicht hilft das den einen oder anderen, diese atemberaubende Stadt selber einmal zu besuchen oder seine Planung voranzutreiben

Natürlich sind meine Beobachtungen und Erfahrungen eher oberflächlicher Natur. In knappen zwei Wochen kann man kein Land, keine Kultur und schon gar nicht diese Stadt verstehen. Bitte nicht als Allgemeingültige und einzige Wahrheit verstehen. Aber da ich auf eigenen Faust, sprich ohne Reisegruppe, unterwegs war, habe ich die Zeit genutzt, mich auch abseits von Touristenmassen und Sehenswürdigkeiten umzuschauen, um so zumindest einen Hauch vom normalen Tokyo mitzubekommen. Und ich habe mich dabei wirklich nur zufällig im Rotlichtbezirk wiedergefunden oder bin auf Universitätsgeländen gestrandet. Ich schwöre auf Coolios Jungfräulichkeit!

Damit sind wir aber auch schon beim wesentlichen Punkt. Man muss als potentieller Tourist keine Angst vor Tokyo haben, sofern man der englischen Sprache mächtig ist. Ein wenig Grundkenntnisse in Japanisch oder gar perfekte Sprachbeherrschung sind natürlich hilfreich, aber keineswegs erforderlich. In einer Reisegruppe geht es natürlich auch ohne jegliche Fremdsprachenkenntnisse. Da ich aber das Vergnügen hatte, ein paar dieser Gruppen zu beobachten, wage ich stark zu bezweifeln, dass man so in Tokyo wirklich Spaß haben kann. Allein oder mit Freunden werdet ihr keinerlei Probleme bekommen und könnt hingehen wo ihr wollt, meistens. Der gemeine Tokyoter war mir gegenüber immer freundlich und soweit möglich hilfsbereit. Ausländer sind dort auch nicht wirklich selten. Vielleicht enttäuschend für den einen oder anderen, der plant in Tokyo als lokales Mangelexemplar dort plötzlich der Frauentyp par excellence zu sein, eigentlich aber sehr Vorteilhaft, da keine unüberwindbaren Berührungsängste vorhanden sind.

Und um Spaß zu haben, muss man sich des Öfteren von A nach B bewegen. Dank des wirklich guten Bahnnetzes kein Problem, sondern schon fast eine Wohltat. Gerade für mich als Berliner eine beinahe Offenbarung. Pünktlich, sauber und klimatisiert. Ein Traum. Und das allerbeste: Die Mitfahrenden halten überwiegend die Klappe! Wenn ich da allein an meine heutige Fahrt in der Ringbahn denke… keiner will wissen ob du fette Planschkuh denkst, dass dir deine Freundin, die Schlampe, den Kerl voll weggeflirtet hat! Halt doch bitte die Fres…! So äh, wo waren wir? Ah genau. Das Nahverkehrsnetz. Alles Wichtige ist in Englisch beschriftet, die Fahrkartenautomaten lassen sich auf Englisch stellen und nach zwei, drei Tagen hat man das System eigentlich verstanden und kommt überall hin, pünktlich. Und sogar zur Rush Hour ist man im Normalfall nicht gefährdet einen grausamen Tod zu sterben. Versucht nur immer, wie bereits oft hier im Blog erwähnt, euch unter die Klimaanlage zu stellen, meist mittig im Zug. Nutzt jede Chance, seid Gnadenlos. Im Krieg gibt es keine Freundschaft! Sitzplätze sind auch eine willkommenen Abwechslung. Und zumindest an mir hübschen Fee hat sich auch kein Japaner gestört, in volleren Zügen waren auch die Plätze neben mir immer besetzt und keiner ist vor mir geflüchtet.
  

Der Zug war schon vorher leer!

Bestimmte Sehenswürdigkeiten als Ziel für eure Bahnfahrt kann und möchte ich nicht empfehlen. Dafür gibt es unzählige Seiten im Netz und klassische Reiseführer. Was ich aber jedem Besucher in Tokyo nahelegen möchte ist, guckt euch auch Abseits der Reiseführerrouten um. Geht einfach mal ein zwei Straßenkreuzungen weiter, entfernt euch von den ausgetretenen Touristenpfaden. Lauft eine Station weiter als nötig oder steigt eine eher aus. Ihr werdet dann schnell merken, wie schön diese Stadt sein kann. Angefangen von kleinen versteckten Schreinen und Tempeln, engen Häusergasen voller Grünpflanzen, Parks und netter Menschen die euch nicht nur Wackelkatzen, Tokyo Tower Modelle und Titties im „Gentleman Club“ verkaufen wollen. Tokyo ist definitiv nicht nur der graue Betonklotz, den man sich im Allgemeinen so vorstellt. Und selbst wenn man sich mal verläuft, kein Kommentar bitte..., gibt es an allen größeren Straßen eine Karte der Umgebung, sehr oft in Englisch. Oder man fragt einfach höflich nach der nächstgelegenen Bahnstation. Wer sich hingegen nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hangelt, wird von Tokyo am Ende nicht viel gesehen haben.


Von wegen alles grau und hässlich


Ein eher unangenehmes, aber doch elementar wichtiges Thema sind öffentliche Toiletten! Gerade als Tourist braucht man doch früher oder später mal eben jene Rückzugsmöglichkeit. Wovon ich zumindest den männlichen Teil der Leser dringendst abraten möchte, sind Bahnhofstoiletten. Vor allem die in der Akihabara und Shinjuku Station. Es gab nur die klassischen Stehklos und es roch wie im Raubtierhaus des Berliner Tierparks. Für meinen, inzwischen von sanften Melodien und wohltuenden Wasserstrahlen verwöhnten Knackarsch natürlich keine Option. Abhilfe schaffen da diverse Kaufhäuser, die es ja in rauen Mengen gibt. Dort gab es eigentlich immer ein stilles Örtchen, welches sauber und geruchslos war. Und nach mir roch es dort selbstverständlich nach Rosen und Pandababys. Mein besonderer Dank gilt hierbei Uniqlo!

Wenn wir schon mal dabei sind, direkt zum passenden nächsten Punkt. Müll und dessen Entsorgung. Tokyo ist, soweit meine Beobachtungen betreffend, eine sehr gepflegte und saubere Stadt. Trotz oder vielleicht vor allem weil es so gut wie keine öffentlichen Mülleimer gibt. Also packt euch eine kleine Tüte ein, für den Müll ihr Ferkel, und entsorgt euren Abfall dann im Hotel oder anderen entsprechenden Möglichkeiten. Flaschen aus Getränkeautomaten könnt ihr meist direkt daneben entsorgen.

Meine Freunde kamen natürlich recht schnell auf das wesentliche Thema zu sprechen. Wie sind die Menschen so in Tokyo? Übersetzt für euch: Und die Frauen dort *höhögrunz*?
Dazu kann ich aber eigentlich nichts Allgemeingültiges sagen. Jeder hat so seinen Geschmack und Vorlieben, aber nur hübsch und kawaii ist da drüben auch nicht jede(r). Und das gilt wohl überall auf der Welt. Aber über Office Lady Outfits in Tokyo geht nichts, basta und aus. Naja bis auf die folgende Ausnahme. Ich weiß noch nicht ob es an der Hitze oder dem zarten Wesen in Schuluniform lag, dass ich ganz nass… na lassen wir das, guckt einfach selber und seid verzaubert.


 Die Tussi in Pink habe ich natürlich vertrieben


Das wichtigste und der Ausgangspunkt an diesem Trip war, ganz logisch, mein Date. Ein Treffen auf das ich solange hingefiebert habe. Ich war total nervös, denn ich wusste ja nicht 100% was mich erwartet. Verstehen wir uns, können wir gescheit miteinander kommunizieren, liegt zu viel Spannung in der Luft und was werden wir tun, wo werde ich enden? Ihr wisst ja, auf Distanz ist manches immer anders und Bilder können lügen. Als ich Coolio dann endlich getroffen habe, hatte sich all der Aufwand jedoch gelohnt. Und ich hoffe, es war nicht das letzte Mal, zumal wir ja am Ende noch nüchtern waren, mehr oder weniger… so geht das ja nicht.


Wie ihr merkt, habe ich wenig bis nichts verrücktes oder erschreckendes erlebt, weder außergewöhnliche Subkulturen im Übermaß, noch dramatisch überfüllte Bahnen, oder sonderbare Zeichnungen mit Schulmädchen und Tentakeln in verschiedensten Kombinationen an jeder Ecke. Ich befürchte fast, der Japaner ist doch auch nur ein recht normaler Mensch. Trotzdem kann ich für mich sagen, dass sich der kleine Ausflug sehr gelohnt hat und mich Tokyo recht bald wieder ertragen muss, denn zwei Wochen allein reichen nur zum abstoßen oder anfixen. Und dann ist Japan ja noch ein wenig mehr als nur Tokyo.