Leiden sind manchmal ein versteckter Segen......

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Heute starte ich mal ein Experiment. Eigentlich wollte ich es immer vermeiden, aber ich schreibe mal etwas persoenliches ueber mich selbst. Ihr wisst es wahrscheinlich noch nicht, aber ich hasse Zugfahren. Hier kann ich es ja sagen, wir sind ja unter uns (was ja eigentlich auch stimmt).......

Was fuer andere eine Zahnbehandlung, Arbeiten, Karaoke, oder Sex mit dem eigenen Mann ist, ist fuer mich das Zugfahren. Ich hasse es abgrundtief. Ja dann bin ich aber in der voellig falschen Stadt, werdet ihr jetzt zurecht einwenden. Ihr muesst wissen, ich habe Agoraphobie, auf gut deutsch: Platzangst, obwohl das eigentlich nicht stimmt, denn ich habe ja keine Angst vor weiten Plaetzen, sondern vor engen Raeumen, also eher eine Raumangst.


Uaaah, Hoelle!

Fuer mich ist das Bahnfahren, genau wie das Bloggen auch, eine Selbsttherapie. Ich setze mich bewusst dem aus, was fuer mich die groesste Gefahr bedeutet: Andere Menschen! Meistens geht das auch gut und ich kann schon eine gewisse Besserung feststellen, aber an manchen Tagen geht’s halt nicht. Meistens faengt es damit an, das ich mich beobachtet fuehle. Nein, ich fuehle mich garnicht so, ich werde wirklich beobachtet. Auslaender, besonders grosse hellhaarige, sind wohl immer noch eine Attraktion fuer die meisten Japaner. Ist wohl so wie mit nem‘ Unfall auf der Autobahn: Man will ja garnicht hinschauen, aber man kann nicht anders und sei es auch noch so eklig.

Meistens fange ich dann an zu schwitzen. Dann versuche ich einen moeglichen Fluchtweg zu planen: An dem Typ komme ich links vorbei, an dem rechts, den rempel ich um und dann bin ich an der Tuer. Dann kommen die Menschenmassen immer naeher. Ja, ist natuerlich Quatsch, aber mein Gehirn gaukelt mir genau das vor. Ich weiss das. In diesem Stadium fange ich an, Zeitungen, Buecher, Taschen, Kleidung, einfach alles was mir zu nahe kommt an die Seite zu schieben, was natuerlich zur Folge hat, das man mich nur noch mehr anstarrt. Dann gibt es 3 Moeglichkeiten:

1. Ich schaffe es rechtzeitig aus dem Zug zu kommen und laufe zur Arbeit (oder nach Haus, je nachdem....) oder nehme ein Taxi.

2. Ich schaffe es noch rechtzeitig aus dem Zug zu kommen, saufe mir einen (Druckbetankung) und torkele dann zur Arbeit (oder nach Haus, je nachdem....) oder nehme ein Taxi.

3. Ich verwandle mich in Hulk, Godzilla und Dragonball GT gleichzeitig und laufe Amok.

Nein, das passiert natuerlich nicht staendig, sondern beruhigend selten, deshalb sehe ich auch keinen Grund mich mit Pillen vollzustopfen und sabbernd wie ein Zombie durch den Tag zu kommen. Bin ich deshalb bekloppt? Ein bisschen schon, aber besonders in Tokyo stellt das kein Problem dar, denn Tokyo ist die Hauptstadt der Bekloppten.

Bis auf eben die Sache mit dem Zugfahren habe ich diese kleine „Unzulaenglichkeit“ sehr gut im Griff. Grosse Menschenansammlungen an Bahnhoefen oder in Kaufhaeusern sind zwar laestig, aber kein Problem mehr. Typisch kleine Raueme in japanischen Apatos gehen auch ok, solange Fenster da sind und Motorradfahren mit Integralhelm klappt auch, solange das Visier nicht allzu dunkel getoent ist.

Fressen und gefressen werden.....

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Jeden Samstag nach dem Fussballtraining ist es soweit, ich und meine Rasselbande wagen uns in die Hoehle des Loewen. Auf dem kurzen Fussmarsch zum Ziel wird schonmal die Strategie besprochen. Endlich angekommen, beziehen wir Aufstellung am Eingang: Die Viererkette steht!

Nach einem kurzen Druck auf den Knopf oeffnet sich die Tuer mit dem gleichen Geraeusch wie auf der Enterprise und genau wie Captain James T. Kirk trete ich furchtlos und mit eingezogenem Bauch ueber die Schwelle. Ein eigenartiger Geruch, eine Mischung aus Faekalien und gegrilltem Kamelfleisch schlaegt uns entgegen, verzweifelt kaempfen wir gegen den Brechreiz an. Es ist geschafft: Wir stehen in der Schlange bei McDonalds!

Als die Kassiererinnen mich sehen bricht Panik aus. Wer wird das unbekannte Wesen bedienen, das sich langsam aber unweigerlich der Theke naehert. Schliesslich wird das schwaechste Glied in der Arubaitokette ausgewaehlt: Ein Student! Mit Schweisstropfen auf der Stirn wartet er auf mich. Wie Gary Cooper in High Noon trete ich meinem Feind gegenueber. Wer wird diesmal schneller sein? Noch aus dem Augenwinkel sehe ich, wie sich sein Arm in Bewegung setzt. Wusste ich es doch, er wird den beruechtigten Menueflip ausfuehren! Da hat er die Karte schon in der Hand, ich kann schon die englische Seite sehen, doch in letzer Sekunde kann ich mit einer aus der Huefte angesetzten Bewegung das Menue auf den Tisch knallen. Mit der japanischen Seite nach oben!

Verzweifelt versucht die Aushilfe das Menue auf die englische Seite zu drehen, der Schweiss laeuft ihm in Stroemen das Gesicht herunter und die Haende fangen an zu zittern, doch ich bin staerker. Der Drops ist gelutscht. Mich kann heute nichts aus dem Gleichgewicht bringen, ich hab gestern Rambo in der japanischen Synchronisation gesehen. Kein Wunder das Sly Stallone ne‘ Gesichtslaehmung hat. Wahrscheinlich musste er auf der Premiere von Rambo in Japan auch die japanische Version sehen.....

Gelassen mache ich meine Bestellung: „Dabburu Chisubaga o itsutsu to furaido poteto o itsutsu kudasai.“ (5 Doppel-Cheeseburger und 5 mal Fritten bitte). Erstaunt laesst der Student die Karte los und tippt die Daten in die Registrierkasse. Ja, der Gaijin kann schon bei McDonalds bestellen, wer haette das gedacht. Keine Angst, wir kommen in Frieden.....

Tokyo haesslich?

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Naja, zu den schoensten Staedten gehoert Tokyo sicher nicht,
aber zu den interessantesten. Der Mix aus Moderne und Tradition,
dieses "organisierte Chaos", beeindruckt mich immer wieder.
Hier ein paar Impressionen:


Schoener alter Hofeingang, leider mit Haus im "Schwedenstyle" dahinter...




Leider immer seltener zu finden: Altes Stadthaus aus Holz



Beton kann auch gut aussehen, muss aber nicht. Japanisches "Hebel Haus".



Unser Nesthaekchen beim Erkunden von Shibuya

Coolio, der rasende Reporter: Hostclub in Ginza

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Ich habe keine Kosten und Muehen gescheut und mich mal wieder ganz allein fuer meine treuen Leser ins Abenteuer gestuerzt: War von euch schon einmal Jemand in einem japanischen Hostclub? Nein? Gut, hier kommt mein Exklusivbericht:

Die Laune in unserem Buero ist wegen dem schlechten Verkaufsergebnis in diesem Jahr auf dem Tiefpunkt. Natuerlich hat das auch unser Buchou (Manager) gemerkt und hat entsprechende Massnahmen ergriffen: Mehr Geld? Kuerzere Arbeitszeit? Mehr Urlaub? Nein, alles Quark! Ganz der erfahrene Manager, hat er das einzig Richtige getan und uns zum Saufen in einen Hostclub auf der Ginza geschleppt!

Erst waren wir zum Vorgluehen in einem Izakaya in Roppongi, danach ging es dann per Taxi in die Ginza. Vor dem Club standen schon 2 junge Damen im Abendkleid, durchaus attraktiv, eine davon sogar mit so etwas wie einem Decollete. Hey, nicht vergessen wo wir hier sind Jungs! Nun gut, nix wie rein in den Aufzug und rauf in den 3. Stock. Als die Aufzugtuer aufgeht, stehen dort schon um die 10 Maedels zusammen, eine schoener als die andere. Ich trete meinem Kollege auf den Fuss um zu sehen, ob ich nicht traeume, da werden wir schon in Empfang genommen. Jeder bekommt seine „eigene“ Dame zugewiesen, die einem die Jacke abnimmt und zu einem Platz in einem, naja, schwuelstig ausgestattetem Raum auf einem ebenso schwuelstigen Sofa Platz zu nehmen. Im Hintergrund laeuft dieselbe Musik wie bei Takashimaya auf dem Klo, das Licht im Raum ist gedimmt. Immer wieder kommt ein Kellner mit auffaellig braun gefaerbten Haaren an den Tisch und bringt neues Wasser und Eis.

"Meine“ Dame heisst Rivia, ist so um die 30 Jahre alt, hat eine Stimme wie Minnie Maus und sieht aus wie aus dem Nissen-Katalog. Sofort faengt sie an Whiskey einzuschuetten und mir das Glas zu geben. Jedesmal wenn ich einen Schluck genommen habe, nimmt sie mir das Glas ab und putzt es mit einem Tuch ab, wohl damit ich keine feuchten Finger bekomme. Bei jedem Toilettengang begleitet sie mich bis zur Tuer und nimmt mich wieder in Empfang, damit ich mich in dem ca. 40qm grossen Raum auch ja nicht verlaufe....

Gespraechsthemen? Eigentlich nur Small talk. Derselbe Blabla den man in allen Bars drauf hat. Woher ich komme, was ich hier mache, wie es mir gefaellt und das unvermeidliche: „Nihongo wa jouhzu desu ne?“ Na gut, sie ist huebsch, also lasse ich es ihr durchgehen. Ich fuehle mich langsam wie in einem Baccardi-Webespot. Ein kurzer Blick durch die Reihe: Mein Buchou zeigt seiner Tischnachbarin seine haarlosen Beine, ein anderer Kollege prahlt mit seinen Weibergeschichten, der Kollege neben mir erzaehlt von seiner paradisischen Studienzeit und ich setze mich auf meine Haende, damit ich meiner Dame nicht aufgrund meiner vom Whisky heruntergesetzen Hemmschwelle an die Klamotten gehe, obwohl sie mir vor ein paar Minuten noch erklaert hat, das das schon in Ordnung waere. Puuh, nach 2 Stunden ist der Zauber vorbei, uns wird in die Jacken geholfen und mein Buchou bezahlt fuer 6 Mann und 2 Stunden „Vergnuegen“ schlappe 120.000 Yen........


Ich weiss, euch liegen die Fragen heiss auf der Zunge, deshalb hier schonmal die FAQ’s:


Hat es mir dort gefallen? Ja, irgendwie schon. Aber ich hab mich schon besser unterhalten und vor allem kostenlos. Obwohl die Firma gezahlt hat, bleibt dennoch ein fader Nachgeschmack.

Wusste meine Frau Bescheid? Klar! Scheint hier in Japan ueberhaupt kein Thema fuer die Ehefrau zu sein, wenn der „Alte“ mal eben 20.000 Yen berappt um sich mit einem huebschen Maedel zu unterhalten. Meine deutsche Ex haette mir dafuer einen ordentlichen Tritt ins Gemuese verpasst, keine Frage.

Waere „mehr“ moeglich gewesen als nur unterhalten? Hm, ich weiss es nicht. Wahrscheinlich schon, ein entsprechendes „Trinkgeld“ vorausgesetzt. Obwohl meine Kollegen meinten, in den Clubs auf der Ginza waere das nicht ueblich.

Ob mich mich eigentlich nicht schaeme? Nein, ich hab ja nix gemacht, ausser mich zu unterhalten.

Ist es normal, das die Firma solche Kosten uebernimmt? Ja, ist hier ueberhaupt kein Thema. Von Freunden die in anderen japanischen Firmen arbeiten weiss ich, das sie auch oefters mal mit Kunden in Hostclubs gehen.

Die Homepage des Clubs? Klar, kein Problem: http://web-montblanc.net/top/top.html

Stadtgefluester (Teil 5)......

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Es weihnachtet sehr.......

Tatort: Irgendein Wohnzimmer in einer japanischen Metropolis. Taeter : Japanisches Schatzi. Opfer: Ich. Zeit: Gestern Abend, jap. Ortszeit.

Ich: „Hoer mal Suesse, sollen wir nicht dieses Jahr einen Adventskranz fuer die Kleinen aufstellen?“

Japanisches Schatzi: „Fuer die Kinder? Klar! Nachdem du letztes Jahr so sauer warst, ist das nur recht!“

Ich: „ Also wirklich, das war aber auch so ne‘ Sache. Auf dem Schneespray stand extra drauf: Achtung! Spray bitte vor dem Anbringen von Kerzen und Deko anwenden!“

Japanisches Schatzi: „Jaja, stell dich nicht so an, so schlimm war es doch nicht. Das Feuer war doch schnell geloescht. Was willst du aufstellen?“

Ich: „A-T-O-V-E-N-T-S-U-K-U-R-A-N-Z-U! So ein Teil mit Kerzen drauf!“

Japanisches Schatzi: “Ach so! Warte, ich hab da was! Einen Augenblick!“



2 Stunden spaeter, das Haus sieht aus wie nach einem Terroranschlag.......



Japanisches Schatzi: „Hier, das hab ich gesucht! Das ist doch toll, ne?“

Ich: „Aeh..... Oeh.... aber das ist eine juedische Menora, mein Hase.......“

Japanisches Schatzi: “Na und? Kommen doch auch Kerzen rein und ist fuer Weihnachten!
Die Juden glauben doch auch an Jesus, oder etwa nicht?“

Ich: „Oh mein Gott! Bitte wuerfel das nicht alles durcheinander! Sag mal, welcher Religion gehoerst du eigentlich an?“

Japanisches Schatzi: „Keine Ahnung. Da muss ich erstmal meine Mutter fragen.“

Ich: „Oh Mann, ich geb’s auf! Wo sind die Kerzen?“

Wenn die Heizer kommen und total aufdrehn (Teil 2) .....

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Am Wochenende war es mal wieder soweit: Anstatt unsere Frauen zur Weissglut zu bringen, sind ich und BigAl auf’s Moped gesprungen und ein bisschen durch die Gegend gekurvt. Strahlend blauer Himmel und ertraegliche 15 Grad machten die Entscheidung leicht. Wohlgemerkt: Wir haben Dezember! Unser Ziel: Odaiba, die kuenstliche Insel in der Tokyo Bay. Also ab auf die erholsam leere Kannana Dori Richtung Oi futo, durch die Hafenanlagen Tokyos und dann ueber die Rainbowbridge nach Daiba.
Sonntags macht es richtig Spass die leere Kannana runter zu cruisen und sich die massenhaft vorhandenen kleinen Laeden und so manch urig verbautes Haus anzusehen.

Ein Parkplatz war trotz grossen Ansturms relativ schnell gefunden. 2-3 andere Big Bikes waren auch noch dort, der Rest Scooter aller Klassen. Einige Exemplare schrien foermlich danach fotografiert zu werden:


Der Albtraum eines deutschen Verkehrpolizisten:
Mann beachte den Autoreifen und die verlaengerte Schwinge.
Nicht zu vergessen: Die geschmackvoll mit
Kunst-Krokoleder bezogene Sitzbank.....



Je dicker das Endrohr, desdo kleiner der Schniedel. Das gleiche gilt auch fuer den Spoiler, der bei jedem GTI-Fahrer zur Errektion fuehren wuerde....



Hier noch das Modell fuer den Aushilfsbosozoku. Und auch er hat das Prinzip "Hubraum statt Spoiler" irgendwie nicht ganz richtig verstanden.....



Eines der wenigen schoenen Mopeds des Tages.....

Nachtrag......

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Gestern habe ich euch ja schon mein Wunschbike vorgestellt.
Danach konnte der gute BigAl sich nicht verkneifen mir freundlicherweise
einen Link zum passenden Anzug zu schicken:


Hoffentlich gibts den auch in XL......

Ohne Moos nix los (Teil2?)......

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Waehrend ich so im Zug von einem Mitfahrer zum anderen dengele, gehen mir folgende Gedanken durch den Kopf: Hier riecht es wie in einem vollgeschissenen Hamsterkaefig. Plus totem Hamster. Bin ich das etwa? Kurze Schnueffelprobe: Nope, ich bin’s nicht. Naja, mit manchen Sachen muss man sich halt abfinden. Komisch ist, das manche Linien mehr stinken als andere. In der Ginza-Linie stinkt es kaum, obwohl zu 99% unterirdisch und ueber 100 Jahre alt. Die Namboku-Linie ist noch relativ jung, aber jedesmal wenn ich in den Zug einsteige: Siehe oben. Wuerg! Schlimm sind auch aeltere Shinkansen, besonders die Waggons die von „Raucher“ auf „Nichtraucher“ umgestellt worden sind. Dort stinkt es wie auf einer oeffentlichen Maennertoilette. Ja doch, ein wenig nach kaltem Rauch riecht es auch, aber hauptsaechlich nach Urin. Und wer schonmal den Super Azusa von Shinjuku aus Richtung Nagano genommen hat, versteht sofort, warum er den Zusatz „Super“ bekommen hat. Urks!

Waehrend ich also versuche, bis zur naechsten Station die Luft anzuhalten, spinne ich weiter am Netz. Meine Z 1000 wird bald 3 Jahre alt, Zeit sich nach einer Neuen umzuschauen. Das Modell 2010 ist einfach nur Zucker, besonders angetan bin ich von der Variante in „Metallic Chestnut Brown“, auf gut deutsch: Kackbraun-Metallic. Tuepfelchen auf dem i ist die Sitzbank in Krokolederoptik. Jaja, ich weiss was jetzt wieder kommt, aber ihr duerft nicht vergessen wo ich lebe und hier ist das cool. Nun gut, 1.100.000 Yen kostet das gute Teil, das sind knapp 8.500 Euro zur Zeit. Mal kurz nachgeschaut, in Deutschland kostet exakt dasselbe Moped 11.500 Euro. Oha! Warum? Jetzt werden manche einwenden, das die Karre ja auch erstmal von Japan nach Deutschland kommen muss. Nope, die Z 1000 wird hier in Japan offiziell nicht angeboten und wird deshalb reimportiert, heisst: Drauf auf’s Schiff, sonstwo hingeschippert (meistens Europa) und dann wieder zurueck nach Japan. Also ist der Transport allein schon teuerer als beim D-Modell.


Der haessliche Kennzeichenhalter incl. Reflektorhalterung kommt hier in Japan natuerlich sofort weg.



Keine Frage: Genau mein Ding!


Fuer mich reine Abzockerei. Ein weiteres Beispiel gefaellig? Gut! Der Subaru Impreza WRX STI kostet in Deutschland min. 47.500 Euro. Hier in Japan kostet der WRX STI nur ca. 28.500 Euro und hat noch knapp 10 PS mehr und 40 Nm mehr Drehmoment. Es geht sogar noch billiger: Der STI Spec C wiegt 30kg weniger und kostet umgerechnet ca. 26.000 Euro. Warum? Bessere Ausstattung in Deutschland? Hahahahaha! Ja, genau.......

Jaaaa, werdet ihr jetzt sagen, dafuer sind deutsche Autos ja in Japan auch viel teuerer. Nix da! Zumindest wenn wir mal bei Karren bleiben, die du und ich uns leisten koennen, also nix mit AMG, M, Brabus und all dem Schmockes drauf. Nehmen wir mal des Deutschen liebstes Auto: Den Golf. In Deutschland kostet die Karre als 1.4 TSI mit 160PS in der Highline-Ausstattung knapp 26.000 Euro. Ich brauche wohl nicht erst zu erwaehnen, das VW bei diesem Preis nicht grad mit Extras um sich wirft. Hm, interessant! Fuer’s selbe Geld bekomme ich hier einen Impreza mit 310 PS und modernstem Allradantrieb. Das wird wohl auch der Grund sein, warum der gleiche Golf hier in Japan nur knapp 20.000 Euro kostet. Gut, fuer mich klar verstaendlich: Anders wuerden sie die Karre hier sonst nicht losschlagen.

Warum hab ich nicht die blaue Pille genommen?

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Brot und Spiele

Tokyo im Jahr 2009, ein kalter, regnerischer Novembertag. Der eiskalte Herbstwind blaest durchs Haar. Wie jeden Morgen oeffnen sich die Tore der Arena, Meidaimae Bahnhof. Die Gladiatoren und Zuschauer stroemen hinein. Die schwarze Masse quillt die Treppen herunter. Mittendrin ich. Mein Widersacher kristallisiert sich schon bald heraus. Da steht er neben mir am Rand der Kampfflaeche. Mit eiskaltem Blick fixiert er mich. Sein Gesicht ist von Suff und Hurerei gezeichnet, ein gestandener Salariman. Gut, ich habe den +20 Vorteil (20kg und 20cm mehr), aber das macht er durch seine jahrzehntelange Erfahrung wett. Wir tragen beide die uebliche Gladiatorenuniform eines erfahrenen Kaempfers: Anzug, Hemd und Schlips. Waffen (Schirm) und Schilde (Aktenkoffer) sind bereit. Einige unerfahrene Kaempfer statten sich mit Klappschirmen oder Einkaufstueten aus, das gibt einen klaren Abzug bei den Angriffs- und Verteidigungswerten. Auch mein Opponent leistet sich einen Schnitzer: Hellbraune Schuhe passen einfach nicht zum schwarzen Anzug und zu kurze Hosenbeine machen die Sache nur noch schlimmer. Nun gut, dieser drastische Punkteabzug in der Stylingnote hat wahrscheinlich keinen Einfluss auf den folgenden moerderischen Kampf um das einzig Entscheidende.

Der mobile Kampfkaefig rollt mit aufgeblendeten Scheinwerfern in die Arena. Ein kurzes Aufschreien der Fanfaren laesst die Menge zurueckschrecken. Der Druck steigt, die Spannung ist in den meisten Gesichtern leicht abzulesen. Mein Widersacher fixiert mich ungebremst mit starrem Blick, ich erwidere mit einer hochgezogenen Augenbraue.

Der Gong ertoent, die Tueren zum Kampfkaefig oeffnen sich. Die klebrig schwitzende Masse aus Salariman ergiesst sich auf den Bahnsteig, deutlich gezeichnet vom vorherigen Kampfgeschehen an der Front. Nun ist der entscheidende Augenblick: Ohne uns aus den Augen zu lassen, stuermen mein Opponent und ich mit gesenkten Haeuptern und vorgehaltenen Schilden hinein. Durch seine kleinere Gestalt und geschmeidige, katzenhafte Bewegungen kann er sich einen kleinen Vorsprung erkaempfen. Wer sagt, das Gladiatoren fair sein muessen? Also trete ich ihn auf einen seiner eh‘ unpassenden Schuhe, packe die naechste Haltestange und ziehe mich an ihm vorbei. Krieg ist die Hoelle, Kleiner.........

Nur noch einige Zentimeter, dann ist es geschafft. Doch jetzt setzt er seinen Schild ein und rammt mir seine Tasche zwischen die Beine. Nur meiner jahrelangen Erfahrung im deutschen Schulalltag ist es zu verdanken, das meine Fortpflanzungsorgane wohl keinen bleibenden Schaden nehmen werden. So mein Freund und Kupferstecher, nun wird es persoenlich. Ich mobilisiere meine letzten Reserven, halte mir meine kampfgegerbte Tasche vor die Weichteile und lasse mich vornueber in die Masse fallen. Mein Opponent verliert den sicheren Stand und nimmt ein paar unbeteiligte Zuschauer mit auf seinen Weg zum Boden. Endlich, da ist das Ziel, das einzig Entscheidende: Der Stehplatz unter dem Geblaese. Mit beiden Haenden greife ich fest zu, bin praktisch verschweisst mit der Haltestange. Der Sieg ist mein! Rom soll brennen!

Stadtgefluester (Teil 4)......

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Und wieder ein Teil der beliebten Serie…..


Internationale Unstimmigkeiten


Tatort: Irgendein Wohnzimmer in einer japanischen Metropolis. Taeter : Japanisches Schatzi. Opfer: Ich. Zeit: Gestern Abend, jap. Ortszeit.

Japanischer Schatz: „Du sag mal, wir haben doch mal darueber nachgedacht ob wir nicht mal fuer ein Jahr oder so in Deutschland leben sollten, oder?“

Ich: „Ja, ich kann mich noch lebhaft daran erinnern.......“

Japanischer Schatz: „Und? Hast du mal deinen Boss gefragt, ob es moeglich ist zeitlich begrenzt nach Deutschland versetzt zu werden?“

Ich: „Das ist nicht das Problem. Ich denke eher, das du mit den Begebenheiten in Deutschland nicht unbedingt fertig werden wuerdest.“

Japanischer Schatz: „Was? Ich? Wieso denn das? Ich bin eine moderne, emanzipierte Frau mit internationaler Ausbildung. Und ich bin stark, habe schliesslich schon 3 Kinder aus mir herausgedrueckt!“

Ich: „Ja, aber du weisst schon, das ich dann jeden Tag um 5 Uhr nachmittags zuhause bin, oder?“

Japanischer Schatz: „Hmpf..... Aber ihr macht doch sicher oefters Ueberstunden oder?“

Ich: „Selten. Und du weisst ja, das wir in Deutschland 30 Tage bezahlten Urlaub im Jahr haben, oder?“

Japanischer Schatz:“ Was? So viele? Aber die nimmst du doch nicht alle, oder?“

Ich: „Eigentlich schon. Und du weisst ja, das du den Kleinen um 13 Uhr mittags aus dem Kindergarten abholen musst, oder?“

Japanischer Schatz (langsam, aber sicher veraergert...): „Na und? Der schlaeft doch eh bis 15 Uhr.“

Ich: „Und das allerbeste ist, die uebrigen Kinder kommen auch um 13 Uhr aus der Schule nach Haus und du kannst den ganzen Nachmittag mit ihnen verbringen und ihnen bei den Hausaufgaben helfen. Ist das nicht toll?“

Japanische Furie, von 0 auf 180 in 2 sec.: „Halt doch einfach die Klappe! Wenn man dich auch mal vernuenftig was fragt! Bloedmann!“

Warum?

3

Gestern lief “Hitler-Der Untergang” im japanischen TV (deutsches Original mit jp. Untertiteln). Geht es nur mir so, oder machen solche Filme einen Deutschen, je laenger er im Ausland lebt, immer betroffener? Obwohl ich diesen Film schon mehrfach gesehen habe, konnte ich meine Traenen gestern nicht zurueckhalten. Auch wenn ich weiss, das viele Szenen im Film dramaturgisch aufbereitet wurden (Hollywood laesst gruessen....), gingen mir viele Einzelheiten doch sehr nahe. Das war Deutschland? In diesem Land bin ich, nur knapp 20 Jahre nach den grossen Ereignissen, geboren worden? Immer wieder frage ich mich, ob ich als Kind immer noch Einfluesse aus dieser Zeit merken konnte, oder ob sich diese negativ/positiv auf meine Erziehung ausgewirkt haben. Wie waere es gewesen, wenn der Krieg noch laenger gedauert haette? Wie waere es gewesen, wenn Deutschland am Ende zumindest ganz Europa erobert haette? Was waere mit meinen behinderten (blinden) Eltern passiert? Waeren sie, wie viele andere Behinderte auch, am Ende sogar vergast worden? Warum gibt es in Deutschland und auch in Japan, das ja aehnliches durchgemacht hat, immer noch so viele Leute, die sich diese Zeiten zurueckwuenschen? Wahnsinn!

Richie Rich......

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Ich wohne in Setagaya-Ku, dem groessten und wahrscheinlich auch reichsten Stadtteil Tokyo's.
Bevor jetzt wieder Einwaende kommen:
Klar in Shinjuku und Shibuya stehen die Wolkenkratzer, aber deren Eigentuemer wohnen zu einem grossen Teil in Setagaya, genau wie viele Stars und Sternchen, Politiker und andere Kriminelle.
Rund um mein Haus betreiben meine scheissreichen (Sorry fuer den Ausdruck, aber manchmal glaube ich echt das die Geld scheissen koennen) Nachbarn ihren Jahrmarkt der Eitelkeiten.
Wenn ich auch meinem Balkon stehe bietet sich mir folgendes Bild:


Um mein Haus herum sieht es aus wie auf einer Automesse...

Hier sieht man mehr Mercedes und BMW als in jeder deutschen Stadt. Nein, nicht die prolligen Billigmodelle, sondern AMG, Brabus und BMW M's. Daneben auch noch etliche Ferrari, Lamborghini und so'n Zeugs. Klar, oft wohnen die Herrschaften in (fuer Tokyoter Verhaeltnisse) bombastisch grossen Haeusern, oft sind diese aber recht eigenartig gestaltet. So hat mein Nachbar zwar einen Ferrari, den er nie faehrt, sondern nur poliert (das aber inbruenstig!), einen Porsche der weniger Kilometer auf dem Tacho hat als mancher Neuwagen, einen Pool! im Keller und so weiter, aber offensichtlich hat's fuer das Haus dann wieder gefehlt:


Aussensteckdose fuer einen Innenventilator. Macht Sinn.......


Fachmaennisch mit Tape verlegter Klimaanlagenabfluss.
Na wenigstens ist's kein braunes Tape.....


Hat eigentlich nix mit dem Thema zu tun, ist aber trotzdem eine Augenweide:

Ein Mitsubishi GTO. Ja, die koennen schon Autos bauen wenn sie wollen....

Was glaubst du denn?

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Wenn ich und meine Kollegen auf unserer Suche nach einem billigen Lunch durch Roppongi’s Huegel streifen, sehen wir oft bombastische Gebaeude, so wie dieses:


Das Portal in eine bessere Welt....



Haesslich? Vielleicht! Aber protziger kann man kaum bauen...

Das Roppongi-Buero einer einflussreichen „Religionsgemeinschaft“. Lasst mich der Einfachheit halber den Begriff „Sekte“ benutzen. Die Sekten in Japan sind unglaublich reich und einflussreich Die z. Zt. groesste dieser Sekten ist die Soka Gakkai. Eines meiner Familienmitglieder ist seit ca. 20 Jahren mit der Soka Gakkai verstrickt. Erstaunlich ist, das hauptsaechlich gut gebildete Personen zu diesen Sekten finden. So auch mein Familienmitglied, das seit Jahren mit seiner Firma nah am Bankrott „unwirtschaftet“, mit Hilfe der Soka Gakkai. Diese Sekte will aus seinen Mitgliedern mit Hilfe der buddhistischen Lehre erfolgreichere Geschaeftsleute machen. Haupsachlich tun sie das durch das Entsenden von „Trainern“ in die Betriebe der Mitglieder. Ich habe selbst schon ein solches Training miterlebt und das Ganze kam einer Gehirnwaesche schon sehr nahe. Ueber 3 Tage wurden jede Menge persoenliche Daten abgefragt und dann von den „Trainern“ ausgewertet und vor allen anderen Mitarbeitern ausposaunt.

Herumgekommen ist dabei im Endeffekt nix, ausser das die Sekte ca. 2 Millionen Yen Beratergebuehr eingestrichen hat und die „trainierten“ Mitarbeiter natuerlich vollstes Verstaendnis dafuer haben, das ihre Chefin fuer so einen Scheiss Geld ausgibt, ihnen selbst aber den Bonus halbiert. Naja, das Training muss ja irgendwie finanziert werden. Desweiteren macht Soka Gakkai Riesengeschaefte mit Buechern, Zeitschriften, Zeitungen, DVD’s und privaten Beratungsstunden. Noch dazu sind sie politisch engagiert und sitzen im japanischen Parlament.

Das ein Familienmitglied zu dieser Sekte gehoert, habe ich erst erfahren, als eines Morgens von einem Paaerchen im Salari-Outfit ein Wahlplakat an meinen Zaun geklebt wurde, auf dem eine Frau mit LSD-Laecheln abgebildet war. Auf die Frage, warum sie mir diese haessliche Bratze an mein Haus klatschen, kam die lapidare Antwort, das haette ihnen das unserer Familie angehoerende Mitglied erlaubt. Peng! So freundlich wie irgendwie moeglich habe ich sie dann aufgefordert, ihren Dreck sofort zu entfernen, oder ich wurde es ihnen in den Ar... schieben. Das wollten sie dann doch nicht riskieren, also rissen sie das Poster, nicht ohne Spuren auf meinem Zaun zu hinterlassen, wieder ab.

Am selben Abend erfuhr ich von meiner Frau, das wir jeden Tag das Propagandablatt dieser Sekte im Briefkasten haetten. Abbestellen ginge nicht, da die Zeitung nicht mit der Post kommt, sondern von fleissigen Soka Gakkai-Mitgliedern verteilt wird. Naechster Morgen, 4.30 Uhr, leichter Nieselregen. Nur mit meinem Doraemonschlafanzug bekleidet, warte ich auf den „Zeitungsboten“. Um 4.45 Uhr kommt er dann auch. Einer der Typen von gestern. Wohl deutlich eingeschuechtert aber denoch zielstrebig steckt er die Zeitung in meine Box. Ich die Zeitung herausgenommen, hinter ihm hergerannt (wohlgemerkt im Doraemonpyjama und den lila Gartenschlappen meiner Frau) und ihm das Ding wieder in die Tasche gesteckt und ihm ein unmissverstaendliches, international anerkanntes Warnzeichen gegeben. Seitdem kriegen wir keine Zeitung mehr von Soka Gakkai.....

Bis dann.

Schon wieder nix Neues im Osten.....

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Hier und da bekomme ich schonmal Fragen, ob ich bei all dem negativen Zeugs ueber das ich schreibe, nicht langsam die Faxen dicke habe vom Leben in Tokyo. Darauf gibt es eine ganz klare Antwort: Jain! Natuerlich geht mir hier vieles auf die Nerven, aber das geht mir ueberall auf der Welt genauso. Und natuerlich hat mein Leben in Tokyo nicht nur negative Aspekte, sonst waere ich schon laengst weg. Aber wohin.......??

Nein, zum groessten Teil geniesse ich mein Leben in Japan. Es sind die vielen kleinen Dinge, die das Leben in Japan fuer mich so interessant machen. Nehmen wir zum Beispiel meine alltaegliche Qual: Die Zugfahrt zur Arbeit. Klar, das Pendeln zwischen Arbeit und Haus ist besonders auf meiner Strecke kein Zuckerschlecken: Extrem ueberfuellte Zuege, Mitfahrer die sich morgens die Zaehne mit Misosuppe putzen, das Tropenklima im Abteil, iPhone-Schuettler, all das macht das Bahnfahren in Tokyo zu einem negativen Erlebnis. Trotzdem gibt es hier und da Highlights die mich fuer das erlittene koerperliche Unwohl entschaedigen:

Da waere zum Beispiel die kleine Oma, sicher weit ueber 80, die mich an der Hand genommen hat, weil sie sonst einfach nicht rechtzeitig aus dem Zug gekommen waere. Als ich sie vorsichtig auf den Bahnsteig manoevriert hatte, gab sie mir zur Belohnung einen Schokoriegel, verbeugte sich und verschwand in der Menge. Niedlich!
Oder da war das ca. 16 jaehrige Maedchen (High school), das sich mit Traenen in den Augen bedankte, weil ich sie zuvor aus den „Faengen“ eines Chikan (Grapscher) befreit hatte. Ich hatte mich einfach zwischen sie und den Schmierlappen gestellt, bevor er richtig loslegen konnte.

Und war der Opa, der, nachdem er mein deutsches Buch erkannte, naeher zu mir aufrueckte und mir aufgeregt von seiner Zeit in Deutschland erzaehlte. In bestem Schwaebisch!

Oder die Geschichte mit meinem verlorenen Handy: An einem Montagmorgen flutschte mir unbemerkt mein Nokia N95 aus der Tasche und fiel zu Boden. Natuerlich hab ich es erst in der Firma gemerkt. Klar, in Deutschland waere das 500 Euro-Handy weg gewesen. Hier bin ich am naechsten Tag zur „Lost and Found“-Stelle der Station gestiefelt und bekam mein Nokia in bestem Zustand und in eine Tuete gepackt ausgehaendigt, nachdem ein freundlicher Bahnbeamter (in D auch unmoeglich...) nach ein paar Details gefragt hatte.

Und nicht zu vergessen, all die wunderschoenen Frauen, denen man in der U-Bahn begegnet und von denen man auch mal ein Laecheln geschenkt bekommt.

Neue Karre von Toyota/Subaru........

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Ja, sie haben versucht ihn noch schnell zu verstecken, trotzdem habe ich ihn noch gesehen. Leider konnte ich keine Fotos machen, da man mir (wie bei allen Autoherstellern ueblich) am Eingangstor mein Kamerahandy abgenommen hatte. Ein unbekannter Sportwagen im Subaruwerk! Natuerlich habe ich sofort im Net gestoebert und fand heraus das es sich dabei um eine Gemeinschaftsentwicklung von Toyota und Subaru handelt.



Ist es ueberhaupt noch notwendig, sich im Zeitalter der Hybriden und Elektroautos Gedanken um einen neuen Sportwagen dieser beiden Firmen zu machen? Ganz klar: Ja! Denn solange die meisten Hybridautos aussehen, als ob sie vom letzen Lada-Designer entworfen wurden und Elektroautos immer irgendwie an Disney-Kreationen erinnern, brauchen Autofans wie ich „Futter“.



Nachdem Toyota alle echten Sportwagen eingestellt hat und Subaru’s legendaerer SVX schon als Youngtimer gehandelt wird, macht der Prototyp wieder Hoffnung. Wenn sie noch ein bisschen an der Optik feilen, die ein bisschen zu sehr an den Nissan 370 Z erinnert, steht einem Neuanfang in Sachen „echter Sportwagen“ nichts mehr im Wege.

Hoffentlich kann Subaru einen eigenstaendigen Typ produzieren. In einen Subaru gehoert nun mal ein Boxermotor und Allradantrieb. Mein Favorit: Der 3,6l 6-Zylinder aus dem Subaru Tribeca.

Guten Hunger......

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Wer von seinem Windows Vista langsam die Schnauze voll hat, der kann jetzt endlich auf den langersehnten Nachfolger umsteigen. Doch bereits jetzt mehren sich die Anzeichen, das man von Windows 7 bald auch „die Schnauze voll haben“ koennte:




Wie sagte schon Obelix: Die spinnen, die Japaner!

Stadtgefluester (Teil 3)......

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Und hier der neueste Teil aus der beliebten Serie......

Gleichberechtigung……

Tatort: Irgendein Wohnzimmer in einer japanischen Metropolis. Taeter : Japanisches Schatzi. Opfer: Ich. Zeit: Gestern Abend, jap. Ortszeit.


Ich: Du Schatzi, was ist den mit meinen ganzen Spielfilmkanaelen passiert? Da ist nur noch Schnee drauf!

Japanisches Schatzi: Welche? Kanal 301 bis 303? Och, die hab ich abbestellt. Guckt ja eh‘ kaum einer und ausserdem waren die ziemlich teuer.

Ich: Finde ich ja toll das du sparen willst, aber ich habe da doch ziemlich viele Filme gesehen. Wieviel sparen wir denn da so?

Japanisches Schatzi: 3500 yen im Monat, ist das nicht toll? Du hast ja noch Kanal 239 bis 241! Das reicht doch!

Ich: Aber die zeigen nur franzoesische und russische Kackfilme aus den 60ern und Rambo in Japanisch! Wer will das denn sehen?

Japanisches Schatzi: Du? Kein Grund gleich ausfallend zu werden! So, genug diskutiert, ich gehe jetzt rauf und gucke Dexter. Rambo interessiert mich nicht und ICH muss ja auch kein Japanisch mehr lernen.

Ich: Warte, oben kriegst du doch nur die „normalen“ Kanaele rein! Ich denke die hasst du?

Japanisches Schatzi: Ach, die hatten da so ein Angebot fuer einen 2. Decoder. War ganz billig, nur 5000 yen im Monat, da hab ich sofort zugeschlagen!

Ich: Hmpf......

Gegessen wird Zuhause........

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Eigentlich mag ich ja die Kampangne der Tokyo Metro, in der in recht eindeutigen Bildern dazu aufgefordert wird, sich in der Bahn nicht wie Zuhause zu benehmen. Ich glaube, Jeder der zur Zeit in Japan weilt und oefters mal mit der U-Bahn faehrt, weiss wovon ich rede.

Nun gut, letztens bin ich ueber das neueste Poster dieser Kampangne „gestolpert“. In der vollgequetschten Bahn blieb mir nix anderes uebrig, als 15 Minuten lang auf folgendes Poster zu starren:



Na, wem faellt da etwas auf? Nein? Nix? Garnix? Guckt nochmal genauer hin! Das Poster hat ganz klar rassistische Hintergruende! Nein? Doch! Schaut doch mal, womit der Typ sich seine Cup-Nudeln reinschaufelt: Mit einer Gabel! Ja genau! Welcher Japaner isst denn seine Cup-Nudeln mit der Gabel? Richtig: Keiner! Damit koennen also nur wieder wir boesen Auslaender gemeint sein, die sich in der U-Bahn genauso schlecht benehmen wie Zuhause und ihre Cup-Nudeln mit der Gabel fressen! Aber: Wo hat der bloss die Gabel weg? Man bekommt doch automatisch Hashi dazu, wenn man sich im Kombini ne‘ Buette Cup-Nudeln kauft. Damit wird aus dem ganzen auch noch ein boeser Vorsatz: Der Typ frisst im Zug seine Cup-Nudeln mit einer Gabel, die er nur zu diesem Zweck schon bei sich hatte! Unglaublich!

Gottseidank konnte ich euch noch rechtzeitig von diesem schreienden Unrecht berichten, bevor ihr wieder den Fehler macht und in der Bahn eure Cup-Nudeln fresst. Mit der Gabel.

Hat Debito.org sich eigentlich schon der Sache angenommen und eine Unterschriftenaktion gestartet?

Fummeln bis zum Abwinken......

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Oje, fange ich jetzt etwa an zu weinen? Mal ueberlegen, Gruende haette ich wahrscheinlich schon ein paar, besonders Montags um 9 Uhr morgens in der ueberfuellten Bahn. Aber nein, das ist es nicht. Irgendetwas brennt mir in den Augen. Mottenkugeln! Kurzer Blick nach links: Nee, bei dem kurzen Rock wuerden die Motten ja verhungern und die Jacke ist aus Plastik, das fressen die Viecher nicht. Also, andere Seite: Aha, da haben wir ja den Uebeltaeter! Klar, schwarzer Winteranzug. Im Herbst kommen halt mehr die gedeckten Farben zum Einsatz: Grau und schwarz. Das macht den tristen Alltag in Tokyo’s Betonwueste noch ein bisschen trister.


Es ist wieder passiert! Zum 3. Mal in knapp 4 Jahren konnte ich in der Bahn einen Chikan (Fummler) bei der „Arbeit“ beobachten. Die ersten beiden Male ist es fuer die Typen nicht so glimpflich ausgegangen: Den ersten habe ich aus dem Zug geworfen, den zweiten habe ich durch beherztes Eingreifen an der Durchfuehrung seines Planes gehindert, ich hab mich einfach zwischen ihn und sein Ziel, eine ca. 16 jaehrige Schuelerin gestellt. An mir wollte er dann doch nicht rumfummeln.....

Also, ich hatte mich grad auf einen leeren Platz in der Bahn gehechtet, da kam auch schon eine attraktive OL (Office Lady), so um die 30, herein und stellte sich genau vor mich. Kurz darauf kam ein ebenfalls so um die 30jaehriger Typ in Shorts herein und plazierte sich genau hinter sie. Soweit ok, da die Bahn zum bersten voll war. Irgendwas fiel mir trotzdem an dem Typ auf. Er fing an die OL ziemlich genau zu mustern, dann hielt er sich mit beiden Armen an der Haltestange fest und fing langsam aber sicher an seinen Unterkoerper an die OL zu pressen. Nur zum besseren Verstaendnis: Sie stand mit dem Ruecken zu ihm. Ok, dachte ich, der Film faengt an und lehnte mich bequem zurueck. Einen Grund zum Eingreifen sah ich diesmal nicht, da der Chikan eben nicht gegrapscht hat, sondern „nur“ gepresst, also keine eindeutige Situation und zum anderen sah die OL durchaus resolut genug aus um mit der Situation fertig zu werden. Dachte ich....


Selten, aber kommt doch mal vor. Ein erwischter Chikan
wird von einem Fahrgast festgehalten. Foto: Adam Silverman

Ihrem Gesichtsausdruck nach hatte sie schon bemerkt, das sie irgendwie von hinten bedraengt wurde, blieb aber erstmal stehen. Nach ca. 2 Minuten machte sie aber dann doch einen schnellen Ausfallschritt zur Seite und ploetzlich konnte jeder sehen, das der Typ schon seinen Spass hatte, den er hatte ganz klar eine Latte. Geschockt von der ploetzlichen „Offenbarung seines Problems“, drueckte er sich durch die Menge in Richtung Tuer und stieg an der naechsten Haltestelle aus. Hoffentlich konnte er schnell genug die Toilette und reichlich kaltes Wasser finden.....

Kochen mit Coolio....

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Also, noch der Frustbewaeltigung folgt eine weitere Folge aus der beliebten Serie: „Lebensmittelvergiftung und Herzkranzgefaesskarthar mit Coolio“. Hier wieder eine typisch japanische Spezialitaet, ganz ohne Glibberkram:

Korokke mit Hackfleisch

Korokke (コロッケ) sind japanische Kroketten. Die ersten Kroketten kamen Anfang des 19. Jahrhunderts nach Japan und wurden im Laufe der Zeit immer mehr an den japanischen Geschmack angepaßt. In diesem Rezept wird als Fuellung Hackfleisch verwendet, man kann aber praktisch alles hinzugeben was beliebt: Schinken, Kaese, Eier, Krabben, Huehnchen, usw. Meine Frau verwendet manchmal anstelle von Kartoffeln einen Brei aus gekochten Eiern. Lecker!


Hmm, lecker! Hier mit Kani (Krebs)

Rezept fuer ca. 8 Korroke:

500g Kartoffeln
125g Hackfleisch
1 Zwiebel
Mehl
1 Ei
Paniermehl oder Brotkrumen
1 Prise Salz und Pfeffer
Öl zum Frittieren in der Pfanne oder in der Friteuse

Die Kartoffeln schälen und danach gar kochen. Die Zwiebel in Wuerfel schneiden und in einer Pfanne anbraten, das Hackfleisch dazugeben und kurz anbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die gekochten Kartoffeln zerstampfen. Zwiebel und Hackfleisch zu den zerstampften Kartoffeln geben und gut durchmischen. Diese Mischung in acht flache „Frikadellen“ formen.

1. Mehl, Ei und Paniermehl zum Panieren verwenden, so wie beim Schnitzel auch.

2. Die Korokke nacheinander in heißem Fett goldbraun backen, danach auf Küchenpapier abtropfen lassen. Fertig!

3. Schmeckt besonders lecker mit japanischer „Sosu“ und Majo.

Der Blogbetreiber uebernimmt keine Haftung fuer einen -aufgrund seiner Rezepte- erhoehten Cholesterinspiegel. Beschwerden von Ehefrauen und Freundinnen ueber angefressene Wampen prallen an mir ab wie eine willige Frau an George Michael....

Immer mitten in die .........

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Montag, 9.30 Uhr, Bahnhof Shibuya. Die schwarze Masse der Salarimen ergiesst sich aus den Zuegen in den Bahnhof. Wer nur die Geschichten von freundlichen, hilfsbereiten Japanern aus dem Fernsehen kennt, sollte sich um die Hauptverkehrszeit in einen moeglichst grossen Bahnhof in Tokyo begeben. Beste Spots sind: Shinjuku, Shibuya, Tokyo Station und Shinagawa. Es wird gerempelt, gedrueckt, gedraengelt was das Zeugs haelt. Obwohl die Laufrichtungen meistens deutlich durch Striche oder sogar Gelaender getrennt sind, halten sich die wenigsten Leute daran. Alles geht kreuz und quer, auch wenn es sich dadurch nur noch mehr staut. Mir egal! Wie auf Tokyo’s Strassen gilt: Der Groessere hat Vorfahrt, also in 99% der Faelle: Ich. Maennern gehe ich grundsaetzlich nicht aus dem Weg. Wer es drauf anlegt, bekommt halt eine gut ausbalancierte, strategisch nach vorn gedrueckte Schulter oder auch mal einen Ellenbogen zu spueren. Frauen, kleinen Kindern und Senioren gehe ich natuerlich aus dem Weg. Oft drehen sich die „Turniergegner“ auch mal mit erstauntem Gesicht um, aber meistens bleibt es dabei. In seltenen Faellen kommt es auch mal zu einem Austausch von „Nettigkeiten“, dann aber zum Erstaunen der Leute manchmal auch von meiner Seite.

Ein paar von euch glauben, ich muesste mich als Gast in einem fremden Land anpassen? Tue ich doch! Ich remple froehlich mit! Ich zahle schliesslich Steuern in diesem Land und mein „Kippu“ (Bahnticket) kostet genauso viel wie jedes andere, also beanspruche ich auch meinen persoenlichen Raum. Ich foerdere mit so einem Verhalten nur das Misstrauen der Japaner gegenueber Auslaendern? Ist mir in dem Fall egal. Wer mir mit Absicht „mitten vor die Flinte“ laeuft, hat eh‘ schon ein Weltbild, auf das ich nicht allzuviel Wert lege. Komischerweise bin ich bei meinen Besuchen im Yasukuni-Schrein nicht einmal von den dort reichlich anwesenden „Rechten“ angerempelt, oder sonstwie angemacht worden. Naja, ist ja auch ausserhalb eines Bahnhofes.....

Scharf, schaerfer, Tantanmen.....

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Da ich ja sehr auf meine Ernaehrung achte und immer nur total ungesundes Zeug in mich reinschuette, dachte ich mir: Lass deine Leser doch auch einmal daran teilnehmen. Heute gibt’s also eine Kochstunde zusammen mit mir. Meine absolute Lieblingsspeise ist Tantanmen, eine scharfe Nudelsuppe. Urspruenglich aus China und eher keine Suppe, aber fuer den japanischen Geschmack hat sich das Zeug immer mehr in Ramen verwandelt. Scharf, lecker und ne‘ ordentliche Kalorienbombe. Die Zutaten sollten sich auch in Europa ohne allzu grosse Probleme bei eurem Asiadealer beschaffen lassen.
Also, los gehts:


Aahhh, das ist sie: Die Suppe des Verderbens.....



Tantanmen Rezept für 2 Personen

Zunächst einmal muss Ja Jan vorbereitet werden, das ist Hackfleisch vom Schwein, das auch fuer die Zubereitung von Ja Janmen verwendet wird,

Ja Jan:

100 g Hackfleisch vom Schwein
15 ml Laoshu (chinesischer Reiswein)
15 ml Shoyu (Sojasauce, z.B. von Kikkoman)
15g Tenmenjan (gesüßtes Miso)Könnte problematisch sein,dieses zu bekommen und leider ist es sehr schwierig zu Hause zu machen, weil der Prozess länger als einen Monat dauert! Normales Japanisches Miso wird es auch tun, einfach ein wenig Zucker zufuegen.
Alles sehr gut mischen und alles zusammen in einer luftdichten Tupperbox für ca. 4 oder 5 Tage (ja, dauert so lange) an einem dunklen, kühlen Ort (nicht Kühlschrank!) verwahren.

Tantanmen für 2 Personen:

100g Ja Jan
50g Spinat
2 Bündel von chinesischen Nudeln (oder "Japanischen" Somen)

Sauce:

2 Teelöffel Tsuonyuoel (mit Ingwer, Schweineschmalz und Lauch zubereitetes Oel)
3 Teelöffel Essig (was auch immer....)
6 Esslöffel Shoyu (Sojasauce,z.B. von Kikkoman)
2-3 Teelöffel gehackte Tsa Tsai (gebeizte Senfknolle)
4 Esslöffel Chimajan (Sesamöl, vielleicht schwer zu bekommen)
3 EL Ra-yu (Chili-Öl)
2 EL gehackte Schalotte

Suppe: 650ml normale Chinesische Suppe (gleiche wie für Wan Tan oder Hühnersuppe)

Spinat kochen und abtropfen lassen. Nudeln nach den Herstellerangaben kochen.
Die Zutaten für die Sauce zusammenruehren.
Die Sauce in eine Schüssel geben und dann die heiße Suppe dazufuegen, dann die Nudeln in die Suppe und obendrauf Spinat und Ja Jan (von mir aus auch noch ein paar Bambussprossen, sieht gesuender aus....).

Meine Frau benutzt meist fertig gemischten Ja Jan. Vorsicht mit dem Ra-Yu! Dies ist das Originalrezept und blaest euch den Kopf weg! Die Hälfte des Öls ist mehr als genug für mich und sollte es auch für euch sein! Anstelle der Tsa Tsai verwenden wir groben, scharfen Senf.

Guten Appetit! Und immer dran denken: Tantanmen brennt zweimal: Rein und raus.......

Home sweet home....

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Es ist vollbracht! Wir sind endlich umgezogen und es hat alles wunderbar geklappt. Naja, fast alles. Einen Tag nachdem der freundliche Herr Tanaka unser Piano in den 2. Stock gehievt hatte, gingen dort auf einmal mehrere Tueren nicht mehr zu. Kein Problem: Ein Anruf genuegte und Herr Tanaka kam mit der Wasserwaage (wo war die eigentlich vorher?) um uns mitzuteilen, das unser Piano wohl doch ein bisschen schwerer ist als er dachte. Aha? Nun gut, er schnappte sich seine Wasserwaage, ein paar Unterlegplatten und richtete das Piano neu aus. Und siehe da: Alle Tueren schliessen wieder. Unser Haus haette sich wohl um ein paar Zentimeter gesenkt, war seine lapidare, fachmaennische Meinung. Ich werd mich zur Sicherheit mal nicht ans Piano setzen....


Praktisch ein Ganzkoerperkondom fuer's Haus.....

Am Tag des Umzugs wurden beide Haueser von innen komplett mit Schutzfolie und Decken ausgekleidet, damit ja keine Kratzer ans Haus und an die Moebel kommen. Gute Idee eigentlich, nur haetten sie wenigstens eine Toilette nicht komplett zukleben sollen. Zumindest fuer mich kein Problem: Ab in den Garten, auch wenn die Nachbarn jetzt wohl entgueltig denken, das ich nicht alle Tassen im Schrank habe. Keine Sorge, das weiss ich selber.

Lange Rede, kurzer Sinn: Von nun an gibt es wieder oefters Beitraege von mir.

Spiels noch einmal, Sam.....

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Oder: Ein Piano fliegt durch die Luft.....

Wir ziehen um in unser neues “altes” Haus. Da wir ein schoenes altes Piano haben, wird die ganze Sache etwas kompliziert. Vor ein paar Tagen haben wir das Teil in den 1. Stock (Achtung: Hier in Japan ist der 1. Stock das Erdgeschoss!) gewuchtet, was noch relativ einfach war. Dann aber hatte meine Frau die Idee, das wir das Piano doch besser in den 2. Stock bringen sollten. Kurz nachgedacht: Kein Thema! Endlich nicht mehr dieses Rumgeklimper, waehrend ich Bier trinkend auf dem Sofa liege und TV glotze. Ich mag Mozart nur als Kugel.......

Also, kurz das Treppenhaus ausgemessen um festzustellen, das da nix, aber auch garnix geht, trotzdem versucht: Das muss doch! Nein, muss es nicht! Lange Rede, kurzer Sinn: Bevor wir Transportstuemper das Piano auf der viel zu engen Treppe zerlegen, muss der Profi ran. Also kam ein paar Tage spaeter der freundliche Herr Tanaka und hat das Piano mit seinem Kran in den 2. Stock gehievt. Ich hatte schon Angst, das er mit seinem Kran das Drahtwirrwarr ueber der Strasse durchsaebelt, aber ganz Profi, manoevriert Herr Tanaka den Ausleger des Krans in Milimeterarbeit durch die Kabel. Der Rest dauerte keine 5 Minuten: Piano dick eingemummelt, an den Haken gehaengt und durchs Fenster ab in den 2. Stock. Seht selbst:


Noch ist nix passiert.......



3 Minuten spaeter und schon haengt das Piano am Haken



Na, ob das hinhaut? Man beachte die Kabel......



Schwupp! Und schon ist das Piano im 2. Stock!


Der grosse Umzug selber ist in der silbernen Woche und wird von einer Umzugsfirma durchgefuehrt. Irgendwie vermisse ich die Umzuege in Deutschland: Einfach alle Freunde und Verwandten anrufen und los gehts. Und: Nein, der schreckliche weisse Roller gehoert mir natuerlich nicht! Mein Neffe war nur bisher zu faul dieses „Dingens“ abzuholen und Sperrmuell ist erst naechste Woche wieder....

Sexy, cool, trendy, hip....(Teil 2)

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Das Ding ist ziemlich gross, wohlgeformt und leicht zu handhaben und genau deshalb wollen es alle Japanerinnen haben. Nein, ich rede nicht von GI Joe’s Pimmel, ich rede vom iPhone. Ihr ahnt es schon, ich hab jetzt auch so ein Teil. Erster Eindruck: Gross, dafuer aber flach und nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Es passt so grad in die eingenaehte Innentasche der Anzughose. Die Verabeitung ist gut, da gibt es nichts zu meckern. Dafuer sieht der weisse Ohrhoerer zum schwarzen iPhone einfach nur kacke aus. Hallo Apple! Wer sich fuer Unmengen von Kohle ein iPhone zulegt, erwartet eigentlich auch, das die Ohrhoerer von guter Qualitaet sind! Selbst der billigste Ohrhoerer von Sony fuer knapp 1700 yen hoert sich um Laengen besser an. Der Vibrationsalarm ist zu schwach. Hat man das Teil in der Jackentasche, kriegt man von zumindest von Mails nix mit. Das konnte mein Nokia N95 besser (deshalb ist es wohl auch so beliebt bei den Damen.....). Die Kamera: Tja, sie funktioniert und macht Fotos und Videos. Das war’s, mehr is nich. Keinerlei Einstellungsmoeglichkeiten, wie Nightshot oder Selbstausloeser, kein Zoom, kein Kameralicht, nix.



Na also! Mit dem richtigen Zubehoer klappt auch das Zoomen.....


Die Bedienung soll idiotensicher sein, aber ich bin nunmal kein Idiot, deshalb fummel ich mir mit dem Teil ordentlich einen zurecht bis alles so ist wie ich es will. Registrieren, hier anmelden, da anmelden, das dauert. Immerhin konnte ich mir schon ganz ordentlich Software runterladen und zwar voellig kostenlos. Ist also doch nicht so, das man fuer jeden Scheiss bezahlen muss, denn den Scheiss bekommt man auch umsonst, so wie bei allen anderen Systemen auch. Fuer die richtig guten Sachen muss man natuerlich Kohle abdruecken. Wie bei allen anderen Systemen auch....

Nun gut. Jetzt hab ich also den absoluten Hoehepunkt der Mobiltechnik, den Alleskoenner, praktisch den Keitai-GTI, ach was, den GTR der......... Ruhig Brauner, letztendlich ist es nur ein Telefon. Also, nix als ab in die Bahn. Wie auf der Toilette ueblich, lasse ich meinen Blick durch die Reihen schweifen: Rosa Klapptelefon, weisses Klapptelefon, Blackberry (Geek...), blaues Klapptelefon, gruenes Klapptelefon, Nokia N95 (Arschloch....). Gut alles scheint bereit fuer den grossen Auftritt! Ich sollte das Teil besser in der Tasche lassen meint ihr? Neee, das waere ja so, als wenn John Travolta in einem grauen Anzug auf den Dancefloor springt, oder Mariah Carey ohne schwarze Rapper auftritt. Nein, das Ding muss raus! Also, das iPhone natuerlich.......

Geschmeidig lasse ich meine Hand in die Hosentasche gleiten, umgreife das Prachtstueck und befreie es mit einem gekonnten Hueftschwung wie ihn Elvis nicht besser hinbekommen haette aus seinem dunklen Gefaengnis. Tata! Da ist es! Warte mal..... Warum guckt denn keiner? Das gibt’s doch garnicht! Doch da, da guckt einer! Ein Gaijin mit einem iPhone! Sein Blick spricht tausend Baende: „Was fuer ein Arschloch!“ Pah, Loser! Schliesslich hast du noch das alte Modell, aber ich, ich habe schon das iPhone G3 S! Endlich druecke ich die „Home“-Taste. Hey, was’n das? Nix tut sich! Kein Mucks! Scheisse, ich hab doch alles richtig gemacht: Registrieren, Anmelden, Abmelden, nochmal Anmelden, Aufladen..........Aufladen?



Wenn sogar der eins hat, will ich auch eins!


Total gefrustet steige ich aus dem Zug. Wenn mich jetzt einer anrempelt, werde ich ihn umnieten und fachmaennisch ausweiden! Im Buero angekommen, schliesse ich das Teil an den PC an: Nix! Wird nichtmal als Geraet anerkannt. Was nun? Vielleicht sollte ich mal die Gebrauchsanweisung lesen, die natuerlich nicht beiliegt, sondern aus dem Net heruntergeladen werden muss. Aha: Im Falle einer komplett entladenen Batterie kann es sein, das das Geraet die ersten 2 Minuten erstmal garnichts anzeigt. Dann kann es noch bis zu 10 Minuten dauern, bis das Geraet wieder reagiert. Herzlichen Glueckwunsch, Apple. Das habt ihr ja gefickt eingeschaedelt....... Alle anderen Geraete die ich bisher hatte, wurden auch in total leergefahrenem Zustand wenigstens am PC erkannt oder hatten irgendeine Bestaetigung das tatsaechlich geladen wird. LED?

Nun ja, nicht zu aendern. Oder: “Shoganai“, wie wir Zugewanderten sagen. Jetzt hab ich das Teil. Und solange Nokia nicht wieder auf dem japanischen Markt auftaucht, Samsung kein GPS verbaut, das Googlephone so „Do it yourself“ auftritt und alle anderen „Windoof“ aufgespielt haben, sollte sich daran auch nichts aendern.

Macho, Macho..........

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Waehrend ich so auf dem Klo sitze und mir mit rosa Hello Kitty-Klopapaier das nach Erdbeere riecht den Hintern abputze, geht mir wieder meine gestrige „Begegnung der 3. Art“ in der U-Bahn durch den Kopf:

Montagmorgen, 8.15, 30 Grad und 85% Luftfeuchtigkeit, die Frisur sitzt. Die meiner Sitznachbarin auch, aber irgendwie habe ich das Gefuehl das sie mir ihr Bein am liebsten mit in meine Hose stecken wuerde. Kurzer „Gal check ©”-Blick zur Seite um mir ein Gesamtbild zu verschaffen: Rotbraun gefaerbte, schulterlange, aufwaendig nach aussen gefoente Haare. Ordentlich gestutzte Augenbrauen, in Kopffarbe gefaerbt, lange Wimpern, ein wenig Lipgloss. Weiter unten findet sich ein „Lousy Vitton“-Handtaeschchen, zum Bersten gefuellt (wahrscheinlich mit Schminkutensilien), sehr feminin in der Armbeuge haengend und ein pinkfarbenes Handy mit Bling-Bling aufgepeppt in der anderen Hand. Brueste sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber dann faellt mir wieder ein wo wir sind. Noch weiter unten gibt es eine knallenge, dreiviertel abgeschnittene Jeans mit Loechern drin, die den Blick auf gebraeunte, haarlose Beine freigeben. Ganz unten dann die weissen Skechers mit Bling-Bling an der Seite. Der ebenfalls pinke iPod ist mit weissen Herzchen-Ohrhoerern ausgestattet, ich kann von weit entfernt die Stimme von Crystal Kay hoeren.

Ich war grad dabei, mich ueber beide Ohren zu verlieben, da faellt mir auf: Adamsapfel, ein bisschen Flaum auf der Oberlippe und Dreck unter den Fingernaegeln! Warte! Das ist ja gar kein Maedel,das ist ein Kerl! Meine Fresse! Kurzer Blick in die Reihe: Seine Kumpels sehen fast genauso aus! Knallenges T-Shirt mit V-Ausschnitt, pinke Haarspange, Dolce Gabbana-„Bling-Bling“-Guertel. Hilfe, wo bin ich denn hier gelandet? Tief geschockt gehe ich zur Arbeit!

Spaeter am Abend dann, schalte ich den Fernseher ein, um mir Imoto’s 126 Kilometerlauf anzusehen. Da! Da sind sie wieder:


OmG! Was ist denn mit denen passiert? Wir haben so viele Organisationen die sich um Tierschutz kuemmern, aber wer schuetzt mich denn vor dem Anblick von solchen Typen? Ich mein, wenn sie dann schwul waeren: OK, damit koennte ich leben. Aber in den Interviews lassen diese „Herren“ betont den Macho raushaengen, beleidigen fast die Moderatorin und ich warte nur darauf, das einer gentlemenlike die Nase hochzieht. Na gut, fast alle. Bis auf den „Mann“ unten links auf dem Foto. Bei jeder Einspielung von Imoto’s misslungenem Supermarathon faengt der Typ an zu heulen! Was ist das denn? Manner heulen nicht, du Tranlappen! Na gut, Rambo hat auch geweint. Aber erst nachdem er ca. 500 Leute ermordet hat!

Hach, was waren das noch Zeiten, als „echte“ Maenner noch Brusthaare zur Schau stellen durften, oder die Achselhaare maennlich ueber die Traeger vom Muscleshirt wucherten. Wo Schnurrbaerte noch cool und Holzfaellerhemden hip waren. Ja, die Zeiten von Freddie Mercu....... Warte!!!!

(Nur um das gleich klarzustellen: Ich habe weder etwas gegen Schwule, Lesben, oder sonstige Andersdenkende. Von mir aus kann jeder machen was und wie er es will.......)

Wenn die Heizer kommen und total aufdrehn.....

5

Der Name dieses Blogs ist Samurai Biker, schon allein deshalb sollte ich vielleicht ab und zu auch tatsaechlich mal ueber Motorraeder schreiben, anstatt immer nur ueber meine Lebensumstaende zu meckern (auch wenn’s Spass macht...). Also, am Wochenende bin ich nach einem Besuch in unserer Werkstatt mal wieder zum Sagamiko gefahren. Sobald man aus der Betonwueste Tokyo heraus ist, tun sich tatsaechlich wunderschoene, idyllische Landschaften auf und die Strassen rund um all die Seen und Berge sind eine Wucht fuer Mopedfahrer. Ich hab leider nur Fotos, aber wer auch mal ein Video von einer Fahrt durch typische japanische Landschaften sehen will, hier ein Link zu Bloggerkollege „Big Al“: http://bigalsjlog.blogspot.com/2009/08/route-76.html


Hier also meine Impressionen vom Sagamiko:


Ueppige Vegetation und Blick auf den Sagamiko-Stausee



Etwas naeher rangezoomt: Blick auf die haessliche Staumauer




Meine Kawa mit neuem "Kofferraum". Echt praktisch!




Ein paar Trampelboote und Angler


Blick von einem Parkplatz aus




Angler, Fischer, oder einfach nur so?


Wieder heil zuhause angekommen, hab ich auf einem kurzen Spaziergang folgendes Geraet gefunden:



Interessantes Minibike



Waere sogar strassenzulassungstauglich.......




...obwohl mit dem Hinterreifen eher nicht zu empfehlen


Hmm, der Motor scheint kleiner als 50 ccm und gestartet wird per Anwerfseil, so wie eine Kettensaege. Allzu alt scheint das Moped nicht zu sein, wenn man sich das Design der Scheibenbremse vorn anschaut. Das gibt es erst seit ein paar Jahren. Interessant auch, das zwar keine Schaltung vorhanden ist aber dafuer gleich 2 hydraulische Scheibenbremsen, ein Cockpit mit Digitaltacho und komplette Lichtanlage mit Blinker. Das Fahrverhalten im Gelaende mag zwar gut sein, auch wenn mir dafuer der Motor etwas zu schwaechlich erscheint, wie das Teil mit dem Klotz von Reifen auf dem Hinterrad aber auf der Strasse reagiert, wage ich mir nicht vorzustellen. Mal sehen, wenn’s naechste Woche immer noch da steht, frage ich im Haus nebenan wem das Teil gehoert, bevor es einer der fahrenden Schrotthaendler mitnimmt.

Sexy, cool, trendy, hip.........

16

Mein Nokia N95 hat mal wieder seinen Geist aufgegeben. Zum 3. Mal in einem Jahr muss das Teil in die Reparatur. Der Feuchtigkeitssensor ist pink, also geht Softbank davon aus, das mir das Geraet ins Wasser gefallen ist. Hmm, hallo Nokia Europa, vielleicht solltet ihr in Anbetracht der doch erheblich hoeheren Luftfeuchtigkeit in Japan, vielleicht mal darueber nachdenken, den Sensor etwas „unempfindlicher“ zu gestalten. Naja, die Reparatur ist umsonst und ich bekomme jedesmal ein Leihgeraet, aergerlich ist’s trotzdem. Nachdem Nokia seine Geschaefte in Japan eingestellt hat, frage ich mich, wo mein Keitai eigentlich repariert wird. In China?

Wie dem auch sei, ich spiele mit dem Gedanken, mir ein neues Keitai zuzulegen. Aber welches? Da es ein „Smartphone“ sein sollte, kommt bei Softbank eigentlich nur das Samsung Omnia in Frage. Das iPhone waere auch eine Ueberlegung wert, meint ihr? Niemals! Warum? Darum:

Da ist er wieder, der typische iPhone Nerd. Gut, das iPhone ist gross, hat aber in den meisten Taschen Platz. Trotzdem, der Nerd muss es die ganze Zeit in der Hand halten. Ein kurzer Check zum besseren Verstaendnis: Schwarzer, leicht speckig, fleckiger Anzug (Donki, 1man yen...), die Hose ein wenig zu eng und zu kurz, dazu passend hellbraune, spitze Schuhe mit schraeg abgelaufener, brauner Sohle. Das Hemd, urspruenglich mal weiss, jetzt eher „Schweiss-Umbra“, passend dekoriert mit einer zu kurz gebundenen Krawatte im 70er Jahre Paisley-Style. Ja sicher, die Haare braeuchten auch mal wieder eine Waesche, aber ist ja auch erst Dienstag. Ausserdem kann man das durch den hochgestellten Kragen der Anzugjacke ja wieder cool ausgleichen (Nein, ich fange jetzt nicht vom „Popped Collar-Syndrom“ an). Das Hemd spannt, die Hose auch. Der durch Frust angefressene Speck sucht den Weg des geringsten Widerstandes, aber der von Mama zu Weihnachten geschenkte „Dolce&Gabbana“-Guertel leistet gute Arbeit, wenn er auch (genau wie das iPhone) hier irgendwie deplaziert wirkt. Oder?......... nee, passt schon!


Der typische Benutzer?


So weit so gut, jedem das Seine. Aber muss er wirklich alle 2 Sekunden nachschauen, ob er eine neue Mail bekommen hat und dabei so ziemlich jeden im Abteil anrempeln, obwohl er ganz genau weiss, das ihm eh keiner schreibt? Oder gibt es dafuer schon neue Applikationen zum Runterladen im iStore? So was in der Art wie ein Emailgenerator, der passend zu den Surfgewohnheiten des Besitzers (in diesem Fall wohl: J-Porn, Hentai Manga und Star Beach) automatisch Emails erstellt und sie ihm mit der passenden Anrede: Hallo Sexybud, Hamutarokun, Sexmachine 69 oder 5Against1 und natuerlich auch den passenden Absendernamen: Kawaii69, Sweet&Sexy14 oder Bleached&Stupid22, ausstattet? Vielleicht gibt es sogar eine Applikation zum Runterladen aus dem iStore, die alle zwei Sekunden einen Stromstoss in den Arm jagt, der dann automatisch den Arm hebt und das Geraet ins Blickfeld bringt. Nein, nicht in das Blickfeld des Besitzers, sondern in das aller Umstehenden natuerlich.

Ne, ich hab ja garnix gegen das iPhone an sich. Rein technisch gesehen ist es schon interessant. Vielleicht stoert mich, das man Software fuer das Teil nur bei Apple kaufen darf, aber sonst? Nee. Was mich richtig stoert, ist das Verhalten der Besitzer. Wird man wirklich nur durch einfaches Anschaffen eines iPhones hip und cool, ohne etwas an der restlichen Aufmachung zu aendern? Darf man es Umstehenden zumuten, sich jetzt all die Scheisse die im japanischen TV laeuft, auch noch im Zug anschauen zu muessen, oder noch schlimmer: J-Pop-Musikvideos, wahrscheinlich auch noch von Ayumi Hamasaki? Muss es wirklich sein, das man durch wildes Herumschuetteln des Geraetes zum naechsten Lied vorspult und dabei seinem Nachbarn fast das „Shūkan Manga Akushon“-Heft aus der Hand schlaegt?

Naja, mal sehen was kommt. Wenn mein Nokia wider Erwarten mal nicht repariert wird, hab ich die Qual der Wahl. Vielleicht wird’s ja doch ein iPhone. Ich mein, nur um endlich trendy, cool, sexy und hip zu sein........

Der ganz normale Wahnsinn.....

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Ha, da war es wieder! Es stinkt wie Yakscheisse! Irgendeiner hat wieder gefurzt im Zug. Irgendeiner furzt immer! Bin ich eigentlich nur von Bekloppten umgeben? Oder bin ich vielleicht bekloppt und alle Anderen normal? Nein, das macht man einfach nicht! Was ein richtiger Mann ist, der kann seinen Druck auch schonmal bis zum Aussteigen an der naechsten Station halten. Vielleicht denkt der- oder diejenige ja auch, das man bei den vielen Lueftergeblaesen im Zug eigentlich garnix riechen kann? Nein, das ist definitiv falsch! Dem allgemeinen Mundgeruch der Salarimen, die sich morgens schon Natto und gegrillten Fisch mit Mayo reinpfeifen, kann man durch Kopfwegdrehen zumindest theoretisch noch entrinnen, was bei einer gut plazierten Furzattacke eher unmoeglich ist. Giftige Gase steigen nunmal nach oben.....


Steht doch heute ein ca. 70jaehriger in der Bahn neben mir, eigentlich ganz normal angezogen: graue Schuhe, graue Socken, graue Hose, graues Tweedjacket aus den Siebzigern, das Gesicht war auch schon ein wenig angegraut, genau wie seine Haa...... Warte, seine Haare sind ja gar nicht grau, sondern blau! Was zum Teufel ist das denn? Haarfaerbeunfall? Der Neffe hat seine neuen Wasserfarben auf Opa’s Birne ausprobiert? Eine Peruecke aus „Hollywood Barbie“-Haar? Oder ist das etwa Blauschimmel?

Mal im Ernst: Warum faerbt sich ein so alter Zausel die letzten paar verbliebenen Haare ausgerechnet blau? Kann mir das irgendjemand in einfachen Worten erklaeren?

Stadtgefluester (Teil2) ....

7

Und hier wieder ein neuer Teil der beliebten Reihe: Stadtgefluester aus Tokyo.


Loyalitaet


Tatort: Irgendein Wohnzimmer in einer japanischen Metropolis. Taeter : Japanisches Schatzi. Opfer: Ich. Zeit: Gestern Abend, jap. Ortszeit.

Japanisches Schatzi: „He, guckst du auch gleich Volleyball? Heute spielt Japan gegen Deutschland!“

Ich: Och nee! Volleyball interessiert mich nicht die Bohne, wenn schon dann Beachvolleyball und dann auch nur die Spiele Brasilien gegen Kuba (sabber.....). Kann ich jetzt umschalten?“



Meiko Kano, die einzigste Augenweide im japanischen Nationalteam


Jap. Schatzi: „Was? Das glaub ich ja wohl nicht! Du wirst das gefaelligst zusammen mit mir schauen und unser Team anfeuern!“

Ich: „Oehm, welches ist denn „unser“ Team? Japan oder Deutschland?“

Jap. Schatzi: „Japan natuerlich! Und halt bloss die Klappe, wenn Deutschland einen Punkt macht!“

Ich: „Das heisst also, wenn wir in Deutschland wohnen wuerden, wuerdest du die deutsche Mannschaft unterstuetzen?“

Jap. Schatzi: „Was? Natuerlich nicht! Ich bin schliesslich Japanerin!“

Ich: „Aber ich bin doch Deu......“

Jap. Schatzi: „Kannst du nicht mal die Klappe halten? Ihr deutschen Maenner muesst immer reden und reden und reden! Ha, schau mal! Unser Team fuehrt! Jetzt machen wir euch fertig! Haha, ihr deutschen Weiber, hier bringen eure dicken Brueste gar nichts! NIPPON GANBARRE!!!“


Eine Stunde spaeter. Deutschland gewinnt locker mit 3:1.......


Jap. Schatzi: „Halt bloss den Mund. Wenn du jetzt etwas sagst, lass ich mich scheiden.“


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Folgende Geschichte ist wohl eher Kuhdorfgefluester, lag mir aber so am Herzen sie auch mal aufzuschreiben.


Meister aller Klassen


Tatort: Irgendeine Werkhalle, irgendwo in Deutschland. Taeter: Meister Mueller. Opfer: Ich,die Pfeife, weil fuer Meister Mueller alle Maenner unter 30 grundsaetzlich Pfeifen sind. Jahr: 1982

Meister Mueller: „Ey du Pfeife, wie oft hab ich dir schon gesagt, das du deinen Arbeitskombi buegeln sollst! Du siehst wieder aus wie ein Penner.“

Ich, die Pfeife: „Ja, mein Herr und Gebieter, ich werde mich ab Morgen mehr anstrengen beim Buegeln.“

Meister Mueller: „Ja, versuchs mal mit nem‘ heissen Eisen, du Pfeife. Muahahahaha!“

Ich, die Pfeife: „Ja, euer Durchlaucht. Ich werde diesen wertvollen Tip an meine Mutter weitergeben.“

Meister Mueller: „Und noch was, Pfeife!“

Ich, die Pfeife: „Ja, oh Herr ueber alle Lebenden und Toten?“

Meister Mueller: „Was hast du da ueberhaupt im Gesicht? Heute morgen den Rasierer von Mutti genommen? Du Pfeife!“

Ich, die Pfeife: „Nein euer Hoheit, ich lasse mir einen Schnurrbart wachsen.“

Meister Mueller: „Muahahahaha! Was? Jetzt hoer mir mal gut zu du Pfeife: Was du dir da muehevoll anzuechtest, waechst bei mir seit Jahren wild am Arsch! Und jetzt geh und feg die Halle aus, aber pronto, du Pfeife!“

Ich, die Pfeife, ganz leise in meinen Bart nuschelnd: „Ja, du mich auch. Glatzkoepfiges Arschloch.“

Meister Mueller: „Was war das, Pfeife?

Ich, die Pfeife: „Oehh, nix Meister. Bin schon so gut wie fertig.“

Einer geht noch (Teil3)......

8

Irgendetwas mache ich falsch. Grundlegend. Waehrend mein taeglicher Stress schon auf dem Weg zur Arbeit startet, haben viele Japaner offenbar ein Mittel gefunden, diesem Stress rechtzeitig vorzubeugen: Saufen! Jeden Morgen kann ich sie sehen, die Salarimen die gemuetlich auf einer niedrigen Mauer sitzen und sich erstmal ein Doeschen Bier genehmigen. Nein, nicht die kleinen, sondern die 500ml-Dosen. Und dann auch meistens noch das billige „Haposhu“-Schaedelzeugs (so eine Art Bier....).

Selbst hochgestellte, auslaendische Firmenvertreter greifen oft zur Pulle, vor, waehrend und nach der Arbeit. Ich hab mal den Chef einer deutschen Firma in Tokyo gefragt, wie er mit den Lebensumstaenden in Japan fertig wird. Seine recht ueberzeugende Antwort: „Was glauben sie wohl, wie ich damit fertig werde? Ich bin seit 30 Jahren Alkoholiker und Kettenraucher, so werd ich damit fertig!“ Nun gut, jedem das seine. Aber das muss doch auch besser gehen! Ich kann mich einfach nicht damit anfreunden, jeden Morgen schon mit einer Fahne ins Buero zu kommen.

Wie waere es denn dann mit Mariuhana, Gras, Bong, Dope, oder wie das Zeugs auch immer heisst? Wenn man in den letzten Tagen die TV-Nachrichten in Japan mitverfolgt hat, kommt man schnell dahinter, das es in Tokyo ueberhaupt kein Problem ist, an Drogen zu kommen. Mal wieder wurde ein „Schauspieltalent“ dabei erwischt, sich ne‘ ordentliche Line reinzuziehen, nur weil ihr ebenfalls drogensuechtiger Ehemann bei der Polizei nicht sein Maul halten konnte. Die Hauptschuldigen: Natuerlich die boesen, boesen Gaijin-Drogenhaendler.

Klar, in letzter Zeit werden vermehrt Auslaender beim Drogenhandel aufgegriffen, aber nur weil sie sich extrem daemlich anstellen (was so gesehen auch gut ist!). Die Yakuza, die immerhin mit ueber 3800 Drogenvergehen noch deutlich gegen die knapp 310 Vergehen von Auslaendern im Jahr 2008 in Fuehrung liegen, stellen sich da wohl deutlich geschickter an, bzw. wird es ihnen von der japanischen Polizei leichter gemacht. Waehrend auslaendische Dealer praktisch immer ohne „Gesichtsbalken“ im TV gezeigt werden, sind die japanischen „Kollegen“ immer unkenntlich gemacht. Warum ist das so? Noch dazu sind praktisch alle Yakuza und deren „Bueros“ bei der Polizei wohlbekannt, warum stellt die Polizei nicht einfach mehrere Beamte ab, um diese zu ueberwachen?

Boese Zungen wuerden behaupten, das die Polizei wichtigere Aufgaben hat, z.B.: Hausfrauen mit Kindern oder 70jaehrige Opas auf dem Fahrrad anzuhalten, um erstmal nachzupruefen, ob der Drahtesel auch ja nicht geklaut ist. Oder manche auslaendische Botschaften bewachen, die an ihrer „Beliebtheit“ doch selber schuld sind.

Naja, bei all den Nachteilen, die eine alltaegliche Droehnung so mit sich bringt, sollte ich doch besser auf eine andere bewaehrte, noch dazu kostenlose Methode zurueckgreifen: Die gute alte Gleichgueltigkeit, oder auf gut deutsch, „Leck mich am Arsch“- Mentalitaet.........

Nimm mich mit auf die Reise.....

6

Nein, so hatte ich mir meinen Urlaub wirklich nicht vorgestellt! Ich war mit der ganzen Familie auf Hatsushima, einer Insel in der Praefektur Shizuoka, vielleicht 4-5Kilometer vom Badeort Atami entfernt. Schon auf der Hinfahrt entwickelte sich der leichte Regen in einen ausgewachsenen Taifun, mit Tropfen wie ich sie in der Groesse noch nie erlebt habe. Endlich im Hafen von Atami angekommen, wollte die Faehre wegen des zu erwartenden hohen Wellenganges auch nicht ablegen, die erbosten Gaeste, die nicht (wie viele Andere) die Ueberfahrt storniert hatten, konnten den Kapitaen aber offensichtlich noch umstimmen. Selber Schuld.....


Ankunft in Atami


Waehrend der nur 30minuetigen Ueberfahrt entwickelten sich die vorher nur kleinen Wellen in 2-3 Meter hohe Brecher, fuer ein Kuestenschiff eine nicht ganz ungefaehrliche Sache. Waehrend ich, der am weitesten vom Meer weg Geborene, echten Spass beim „Wellenreiten“ hatte, sassen die restlichen Familienmitglieder, die alle am Meer geboren und aufgewachsen sind, gruen angelaufen in einer Ecke und hielten ihre Kotztueten bereit.


Blick vom Balkon: Regen. Leider kann man nicht die recht hohen Wellen sehen


Nun gut, endlich im Hotel angekommen, blieb uns wegen des starken Regens nichts anderes uebrig, als uns anderweitig zu vergnuegen. Gut das es im Hotel ein recht grosses Schwimmbad gab und das genug Bier in der Minibar war. Uebrigens war das Bier in den umliegenden Laeden und selbst in Jihanki’s (Automaten) genauso teuer wie in der Minibar (0,5 L Dose Suntory Malts, ca. 450 Yen). Das Essen war gut, aber nicht im Preis enthalten und sauteuer, wie ueblich in japanischen Resorthotels. Kein Wunder, das viele Japaner lieber im Ausland Urlaub machen. Ist einfach billiger. Das war’s aber auch schon mit Meckern ueber das Hotel. Die Zimmer waren riesig und klasse eingerichtet (Sogar im Bad und auf dem Klo gab’s TV, wobei das besch.... japanische TV-Programm zumindest auf dem WC echt hilfreich ist.....) und der Service war super. Und am wichtigsten: Das Hotel ist erdbebensicher.......


Typischer Gang aus dem 7000 Yen Menue (natuerlich pro Person!)


.......was wir in der darauffolgenden Nacht auch ausgiebig testen konnten. Um ca. 5 Uhr morgens fing es erst leicht an zu rumpeln, so das ausser dem Baby alle wach wurden und dann ging das eigentliche Beben los, das mich kurzerhand aus dem Bett warf. Alle Lampen wackelten bedrohlich, die Baldachine rutschten herunter und alle Tueren bewegten sich heftig. Alles was auf den Tischen lag, fiel auf die Erde. Kurzerhand bugsierte ich die gesamte Familie in den Wandschrank, der an der Aussenwand gelegen, von der staerksten Traegern geschuetzt war. Nach knapp 3 Minuten war der Zauber vorbei, ohne irgendwelche Schaeden im Zimmer. Ein paar Minuten spaeter kam noch eine Art Mini-Tsunami an die Kueste gerollt, was aber aus dem 6ten Stock betrachtet eigentlich nur bedrohlich aussah. Andere Besucher hatten offensichtlich nicht so viel Glueck, da am naechsten Morgen etliche Reparaturdienste mit ihren Transportern anrueckten und viele Gaeste den weiteren Aufenthalt canceln wollten. Tja, wollen und koennen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wegen dem weiter anhaltenden Taifun wollte die Faehre nicht ablegen, also waren etliche Familien gezwungen, gegen ihren Willen auf der Insel zu bleiben.

Wir machten das Beste draus und gingen fast den ganzen Tag schwimmen, starteten unser eigenes kleines Feuerwerk neben dem Hotel, oder die Kinder besuchten verschiedene „Kurse“ im Haus, wie: Toepfern, Malen nach Zahlen, Ikebana, usw. , waehrend ich jeden Tag die Minibar restlos leergetrunken hab. Fazit: Ein echter „Abenteuerurlaub“, aber das naechste Mal gehts wieder ins Ausland.

Stadtgefluester....

6

Und hier wieder eine Folge aus der beliebten Reihe: Stadtgefluester aus Tokyo.


1. Wenn die Natur ruft....

Morgens 10 Uhr auf der Toilette eines beliebigen Buerohauses in den Anhoehen von „6 Stueck Baum“: Ich nehme grad meine Dreipunktstellung vor dem Urinal ein, da quatscht mich doch tatsaechlich ein Kollege von der Seite an. Eins moechte ich gleich klarstellen, wenn es eins gibt das ich abgrundtief hasse, dann wenn ich auf der Toilette beim Pinkeln angelabert werde! Gibt es wirklich keinen anderen Zeitpunkt mich von der Seite anzuquatschen, als ausgerechnet in dem Augenblick, in dem ich praktisch wehrlos der Natur seinen Lauf lasse? Noch dazu hasse ich Toiletten ohne Trennwaende zwischen den Becken. Warum? Deshalb:

Japanischer Kollege: Oh, der ist aber sicher zu gross fuer japanische Frauen, oder?

Ich: Sag bloss du hast mir grad auf den Schniedel geschaut? Das ist ja......

Japanischer Kollege: Wenn du dich so weit vom Urinal wegstellst, sieht man halt alles.

Ich: Hmpf, ich stelle mich so weit weg, damit ich nicht anstosse du Dachlatte! Und ueberhaupt, warum stehst du eigentlich so nah am Urinal?

Kollege: Urusei! (Was soviel heisst wie: Halt bloss die Schnauze)



2. Chemische Keule....

Nach einem langen Arbeitstag gibt es doch nichts schoeneres, als sich zuhause auf die wohltemperierte Toilette zu setzen. Es sei denn........

Ich: Schatzi? Hast du die Toilette saubergemacht?

Japanisches Schatzi: Ja, sonst macht es ja keiner!

Ich: Oehm, irgendwie riecht das aber komisch und mir traenen die Augen. Was hast du bloss da reingeschuettet?

Japanisches Schatzi: Ganz normalen Toilettenreiniger. Ich hab ein bisschen mehr reingeschuettet, damit ich nicht buersten muss!

Ich: Aeh, ja das macht Sinn! Was war denn das fuer ein Zeugs? Hier ist ne‘ groessere Giftwolke als in Seveso!

Japanisches Schatzi: Was?

Ich: S-E-V-E-S-O

Japanisches Schatzi: Ich kaufe grundsaetzlich nur japanischen Toilettenreiniger und keinen aus Russland, da weiss man nie was drin ist!

Ich: Aber Seveso ist doch in Ita....

Japanischer Hausdrachen: Jaja, das war ja wieder klar. Der grosse, schlaue Deutsche weiss wieder alles besser als die kleine, doofe Japanerin! Kannst du mich nicht mal was vernuenftiges fragen wenn du nach Haus kommst, so wie jeder andere Ehemann auch?

Ich: Ok, was gibts zum Essen?


Fortsetzung folgt.....

Fuer das Leben lernen wir.....

6

Dienstagmorgen, 5.30 Uhr, 27 Grad und 85% Luftfeuchtigkeit, die Frisur ist pitschnass geschwitzt. Meine Tochter macht einen Hoellenlaerm in der Kueche und verlaesst endlich so um 6 Uhr rum das Haus. Warte! Ab heute sind doch Sommerferien, oder etwa nicht?

Japaner bueffeln wie die Wahnsinnigen. Waehrend ich im Halbschlaf auf dem Sofa liege, den Rest meiner Krabben-Mayo Chips (Doch, die gibt es!) grosszuegig ueber mein Shirt verteilt, sitzt meine Frau am Kuechentisch und lernt fuer die naechsthoehere Stufe ihrer Buchhalterlizenz. Auch meine Kinder lernen unglaublich eifrig. Wenn sie um 4 Uhr nachmittags aus der Schule kommen, machen sie ihre Hausaufgaben und dann gehts ab in die Juku (Nachhilfeschule). Nein, meine Kinder sind dehalb nicht besonders bloede, in die Nachhilfe gehen hier praktisch alle Kinder. Unser Kleiner (11) kommt dann so um 20 Uhr rum nach Haus, unsere Grosse (14) oft erst um 22.30! Nein, dann wird nicht gnadenlos TV geglotzt, sondern weitergelernt. Erklaer das mal einem deutschen Schulkind.....

Damit nicht genug. Am Wochenende ist zumindest fuer die Kinder ab der Junior-Highschool Sport angesagt. Unsere Grosse verschwindet fast jeden Samstag um 6 Uhr morgens zum Tennistraining und kommt meist erst nachmittags total geschlaucht nach Haus. Selbst in den Sommerferien gehen die Kinder zum Schulsport und treffen sich oft in der Schulbibliothek zum Lernen. Natuerlich immer in Schuluniform.

Normalerweise muessten die Japaner bei diesem Lernpensum die schlauesten Kinder der Welt haben, jedoch bleibt bei der Masse von Informationen die sie eingetrichtert bekommen, offensichtlich nicht allzu viel haengen. Meine Tochter hat z.B. schon seit 5 Jahren Englisch, davon 2 Jahre auch noch Privatunterricht, ist jedoch kaum in der Lage einen halbwegs vernuenftigen Satz in Englisch rauszubringen. Selbst die japanischen Lehrer in den Englischschulen, die Anfaenger betreuen, haben eine derart grausame Aussprache, das man sich fragt, warum die eigentlich unterrichten duerfen.




In der Naehe vom Fujisan. In diesen Waeldern bringen sich jedes
Jahr mehrere Personen um.


Naja, genug davon. Am Wochenende habe ich wieder einiges gelernt und gesehen. So z.B. einen veraergerten Fujisan, der sich uns nicht von seiner besten Seite zeigen wollte, sondern uns arme Mopedfahrer bis auf die Knochen durchgenaesst hat. Egal, wir geben uns nicht geschlagen. Wir kommen wieder! Oder z.B. einen Deutschen, den es laut allgemeiner Meinung im Internet eigentlich garnicht in Japan geben duerfte: Ohne Japanisch und Englisch oder Uniabschluss nach Japan gekommen und trotzdem gluecklich mit eigenem Haus und gutem Job. Und dann war da noch der bescheuerte LKW-Treter, der es nicht abkonnte, das man ihn ueberholt wenn er im Stau steht und erstmal Abdraengmanoever faehrt. In Deutschland ein klarer Fall: An der naechsten Ampel runter vom Moped und erstmal den Scheinwerfer eintreten. Hier in Japan lasse ich das lieber. Wenn die Polizei auf der Bildflaeche erscheint, ist man als Auslaender immer der Duemmere.
Bis denne!

Alle Voegel sind schon da........

2

Was es nicht alles gibt! Waehrend das gemeine Klapprad in Deutschland eher nur von Rentnern und Fahradfetischisten benutzt wird, ist es hier in Japan ein alltaeglicher Anblick. Trotzdem, jedesmal wenn ich einen der typischen japanischen „Machos“ sehe, wie sie in voller Montur, d.h.: Lederjacke (natuerlich mit Fransen), DG-Sonnenbrille, Krokoimitat-Westernboots und natuerlich mit Kippe im Maul auf ihrem vom Rost zerfressenen, moeglichst auch noch weissen Klapprad um die Ecke geeiert kommen, kann ich mir selten ein Lachen verkneifen. Sorry, mit so einem Rad waere man in meiner Jugend an jeder Strassenecke zum Verhauen angehalten worden.....

Heute ist Muellabfuhrtag, in Tokyo gleichzusetzen mit Kraehenfuetterung. Warte, sind das ueberhaupt Kraehen? Oder doch Raben? Das japanische Wort „Karasu“ laesst eher auf Kraehen schliessen, aber die Viecher sind so verdammt gross, das koennen doch nur Raben sein. Google hilft da auch nicht wirklich weiter. Wie dem auch sei, heute morgen war wieder „Karasu“-Alarm. Die Viecher zupfen im Teamwork gekonnt die Netze an die Seite, die eigentlich verhindern sollen, das die Voegel an den Muell kommen, reissen die Muelltueten auf und lassen es sich schmecken. Dabei machen sie nicht einmal vor vollgeschissenen Windeln halt.

Die meisten Kraehen (Raben?) lassen sich dabei auch nicht von vorbeilaufenden Leuten stoeren. Besonders im eher ruhigen Setagaya sind die Viecher wirklich ueberall. Meistens findet man sie auf den Versorgungsleitungen sitzend. Leider steht mein Auto genau unter solch einer Leitung und wird deshalb von den Viechern gnadenlos vollgeschissen. Und das sind grosse Voegel, die deshalb auch grosse Haufen machen! An manchen Tagen dachte ich, jemand haette mir ueber Nacht das Auto umlackiert!

Mann, an diesen Tagen wuensche ich mir mein altes „Diana“- Luftgewehr zurueck, das mir mein Opa zum 11. Geburtstag geschenkt hatte. Ihr denkt: „Kein Wunder das der Typ solche Probleme hat, wenn er schon als Kind mit ner Knarre rumgeballert hat!“ Hey! Ich bin in einem 750-Seelen-Dorf mitten in der Soester Pampa gross geworden. Da bekam man vom Opa halt keine Playstation (die’s eh noch nicht gab...), sondern mehr „nuetzliches“ Zeugs, wie Taschenmesser, Chemie- oder Biokasten von Kosmos (Damals noch mit totem Frosch und Grille drin), Trix-Metallbaukasten, oder eben ein Luftgewehr. Fast alle Jungs im Dorf hatten frueher oder spaeter so ein Teil, konnte man sich so doch perfekt auf eine steile Karriere im oertlichen Schuetzenverein vorbereiten.

Nein, ich habe nicht auf Tiere geschossen, sondern ausschliesslich auf Zielscheiben, Dosen, Steine und anderen Krempel. Ja doch, die Versuchung war gross, aber ich habe trotzdem nicht auf Nachbar’s daemlichen Dackel oder auf wilde Tauben geschossen. Nun, an diesem Punkt in meinem Leben angekommen, wuerde ich auf Tiere schiessen und zwar auf „Karasu“. Schmecken die eigentlich?

Der Buergermeister Tokyo’s, ein bei Auslaendern ungemein unbeliebter Mann, versucht seit Jahren, die Karasu-Plage in den Griff zu bekommen. Wuerde er selbst sich als Vogelscheuche neben mein Auto stellen, wuerde das vielleicht sogar klappen, aber nein, er hatte die Idee, die Viecher mittels Knallanlagen aus den grossen oeffentlichen Parks zu verjagen. Wen stoeren die Kraehen dort eigentlich? Die Penner, die dort in grosser Zahl vorhanden sind? Halt, warte! Die sind ja auch verjagt worden. Mit dem Ergebnis, das sich beide Sorten von Stoerenfrieden (Karasu und Obdachlose) jetzt mehr in die Randgebiete Tokyo’s verzogen haben. Danke, Ishihara san (Buergermeister von Tokyo). Wer hat den eigentlich gewaehlt?

Oje, lasst uns jetzt bloss nicht von Politik anfangen......